Protokollübersicht: KR-007
Erstellt: 2026.03.11
Version 1.0
Withania somnifera
Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)
(Standardisierte Referenzabbildung: vollständige Pflanze mit Wurzeln, Blüten- und Fruchtdetail, Weißhintergrund.)
Botanische Identität
Familie: Solanaceae
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel (Withaniae radix), seltener Blatt
Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe
– Withanolide (z. B. Withaferin A)
– Alkaloide
– Sitoindoside
Q1 – Gerinnung
Keine konsistent belegte direkte Gerinnungshemmung.
Einzelfallberichte zu Blutungsereignissen fehlen systematisch abgesicherte Daten.
Q2 – CYP-System
In vitro Hinweise auf Modulation von CYP3A4 und CYP2D6.
Klinische Relevanz beim Menschen nicht ausreichend belegt.
Theoretische Interaktionen:
– Sedativa
– Antidepressiva
– Antihypertensiva
– Antidiabetika
Evidenz überwiegend präklinisch.
Q3 – CNS (Primärachse)
Wirkprofil (klinisch untersucht):
– Anxiolytische Effekte
– Stressreduktion
– Verbesserung subjektiver Schlafqualität
Studienlage: mehrere randomisierte Studien mit moderater Qualität, meist standardisierte Extrakte.
Risiken:
– Sedierung
– Schwindel
– Verstärkung sedierender Medikation möglich
Seltene Berichte über maniforme Episoden.
Q4 – Immunsystem
Präklinisch immunmodulatorische Effekte.
Keine gesicherte Indikation als Immuntherapeutikum.
Vorsicht bei Autoimmunerkrankungen mangels Langzeitdaten.
Q5 – Kardio
Leichte Blutdrucksenkung beschrieben.
Klinische Relevanz begrenzt, keine etablierte Therapie.
Q6 – Renal
Keine konsistent belegte nephrotoxische Wirkung.
Unzureichende Daten bei Niereninsuffizienz.
Q7 – Gastro
Berichtet:
– Übelkeit
– Diarrhö
– Magenbeschwerden
Meist mild und dosisabhängig.
Q8 – Endokrin (Relevante Achse)
Schilddrüse:
Erhöhung von T3/T4 in einzelnen Studien beobachtet.
Klinisch relevant bei bestehender Hyperthyreose.
Blutzucker:
Präklinische Hinweise auf Senkung.
Interaktion mit Antidiabetika theoretisch möglich.
Q9 – Hämatologisch
Keine primäre hämatologische Zielstruktur beschrieben.
Q10 – Dermatologisch
Seltene allergische Reaktionen möglich.
Pharmakokinetische Hinweise
Withanolide variabel bioverfügbar.
Standardisierte Extrakte (z. B. definierter Withanolid-Gehalt) klinisch besser untersucht als Rohpulver.
Risikogruppen
– Schwangerschaft (kontraindiziert aufgrund potenzieller uterotoner Effekte)
– Hyperthyreose
– Autoimmunerkrankungen
– Patienten unter sedierender Medikation
– Patienten mit komplexer Polypharmazie
Methodische Einordnung
Die anxiolytischen Effekte sind klinisch untersucht, jedoch meist mit spezifischen Extraktstandards.
Langzeitdaten begrenzt.
Nicht mit Rohwurzelpulver gleichzusetzen.
Quellen
EMA Assessment Report: Withania somnifera.
ESCOP Monographs.
Chandrasekhar K et al.
Zitierempfehlung
Kräuter und Risiken. 007
Version 3.0 Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:
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Abrufdatum: 23.02.2026
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