Protokollübersicht: KR-023

Erstellt: 2026.03.11

Version 1.0

 

Ginkgo biloba

 

Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)

 

Familie: Ginkgoaceae

 

Verwendete Pflanzenteile: Blätter (Ginkgo folium), standardisierte Extrakte (z. B. definiert auf Flavonglykoside und Terpenlactone)

 

Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe

– Flavonglykoside (z. B. Quercetin-Derivate)

– Terpenlactone (Ginkgolide A, B, C; Bilobalid)

– Ginkgolsäuren (toxikologisch relevant, in standardisierten Extrakten limitiert)

 

 

Q1 – Gerinnung (Relevanzachse)

Ginkgolide hemmen den Plättchen-aktivierenden Faktor (PAF).

Theoretische und dokumentierte Blutungsrisiken bei Kombination mit:

– Antikoagulanzien

– Thrombozytenaggregationshemmern

– NSAID

Einzelfallberichte zu intrakraniellen Blutungen.

Klinische Daten heterogen, Risiko jedoch pharmakologisch plausibel.

 

 

Q2 – CYP-System

Leichte Modulation von CYP2C19 und CYP3A4 diskutiert.

Klinische Relevanz insgesamt gering, aber nicht vollständig ausgeschlossen.

Interaktionsbeobachtungen u. a. mit:

– Antiepileptika

– Antidepressiva

 

 

Q3 – CNS (Primärachse)

Untersuchtes Wirkprofil:

– Kognitive Beeinträchtigung (leichte Demenzformen)

– Periphere Durchblutungsstörungen

– Tinnitus (uneinheitliche Evidenz)

Studienlage: mehrere randomisierte Studien mit standardisierten Extrakten (z. B. EGb 761).

Effektstärke moderat, abhängig von Indikation und Studiendesign.

Nebenwirkungen:

– Kopfschmerzen

– Schwindel

– gastrointestinale Beschwerden

 

 

Q4 – Immunsystem

Keine primäre immunmodulierende Indikation.

Antioxidative Effekte präklinisch beschrieben.

 

 

Q5 – Kardio

Untersuchungen zur Mikrozirkulation vorhanden.

Keine etablierte kardiovaskuläre Standardtherapie.

 

 

Q6 – Renal

Keine konsistent belegte nephrotoxische Wirkung.

 

 

Q7 – Gastro

Selten:

– Übelkeit

– Durchfall

Meist mild.

 

 

Q8 – Endokrin

Keine konsistente hormonelle Wirkachse.

 

 

Q9 – Hämatologisch

Indirekte Relevanz über Q1 (Blutungsrisiko).

Keine primäre hämatologische Toxizität.

 

 

Q10 – Dermatologisch

Allergische Hautreaktionen möglich.

Ginkgolsäuren können kontaktallergen wirken (in nicht standardisierten Produkten).

Pharmakokinetische Hinweise

Standardisierte Extrakte enthalten definierte Mengen an Flavonglykosiden (ca. 24 %) und Terpenlactonen (ca. 6 %).

Rohblattpräparate sind nicht äquivalent.

Ginkgolsäuren müssen unter toxikologischen Grenzwerten liegen.

 

Risikogruppen

– Antikoagulierte Patienten

– Geplante Operationen (Absetzen empfohlen)

– Epilepsie (theoretische Senkung der Krampfschwelle diskutiert)

– Schwangerschaft (unzureichende Daten)

 

Methodische Einordnung

Ginkgo gehört zu den am besten untersuchten pflanzlichen Extrakten im Bereich kognitiver Störungen.

Wirksamkeit abhängig von standardisiertem Extrakt.

Blutungsrisiko ist die zentrale sicherheitsrelevante Achse.

 

Quellen

EMA Herbal Monograph: Ginkgo biloba L., folium.

ESCOP Monographs.

WHO Monographs on Selected Medicinal Plants.

Weinmann S et al. Effects of Ginkgo biloba in dementia – systematic review.

 

Zitierempfehlung

 

Kräuter und Risiken. 023

Version 3.0  Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:

https://www.kraeuterundrisiken.com/ginko

Abrufdatum: 23.02.2026

 

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Zitierempfehlung

 

Kräuter und Risiken. Q1-02

Version 3.0  Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:

https://www.kraeuterundrisiken.com/ginko

Abrufdatum: 23.02.2026

 

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