Protokollübersicht: KR-057

Erstellt: 2026.03.11

Version 1.0

 

Petasites hybridus

 

Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)

 

Familie: Asteraceae

Verwendete Pflanzenteile: Rhizom (Petasitidis rhizoma), Blätter

 

Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe

– Sesquiterpenester (Petasin, Isopetasin, Neopetasin)

– Flavonoide

– Schleimstoffe

– Pyrrolizidinalkaloide (PA)

Moderne Arzneiextrakte sind PA-frei oder PA-reduziert.

 

 

Q1 – Gerinnung

Keine primäre Wirkung auf das Gerinnungssystem beschrieben.

 

 

Q2 – CYP-System

Einfluss auf hepatische Metabolisierung möglich, klinische Relevanz gering dokumentiert.

 

 

Q3 – CNS

Keine direkte zentrale sedierende oder stimulierende Wirkung.

Indirekte Wirkung über neurovaskuläre Mechanismen bei Migräne diskutiert.

 

 

Q4 – Immunsystem

Leichte antiinflammatorische Effekte beschrieben.

 

 

Q5 – Kardio

Keine primäre kardiovaskuläre Wirkachse.

 

 

Q6 – Renal

Keine relevante nephrotoxische Wirkung dokumentiert.

 

 

Q7 – Gastro

Mögliche Nebenwirkungen:

– Übelkeit

– Magenbeschwerden

– selten gastrointestinale Reizungen

 

 

Q8 – Endokrin

Keine hormonelle Wirkachse beschrieben.

 

Q9 – Hämatologisch

Keine primäre hämatologische Wirkung dokumentiert.

 

 

Q10 – Dermatologisch

Keine relevante dermatologische Wirkachse.

 

 

Q11 – Hepatische Risikodimension

Primäre Interaktionsachse

Hepatotoxisches Risiko durch Pyrrolizidinalkaloide

Sekundäre Achse

Metabolische Aktivierung über hepatische Enzymsysteme

Mechanismus

Pyrrolizidinalkaloide werden in der Leber metabolisch aktiviert und können reaktive Metaboliten bilden. Diese können hepatocelluläre Schäden sowie vaskuläre Leberveränderungen verursachen.

Klinische Relevanz

– Leberschäden bei PA-haltigen Präparaten beschrieben

– Risiko bei nicht standardisierten Extrakten

– moderne Arzneiextrakte sind PA-frei

Evidenzklassifikation

E2–E3

(toxikologische Studien, pharmakovigilante Berichte)

Risikostufe im Leber-Cluster

Moderat (hoch bei PA-haltigen Präparaten)

Besondere Risikogruppen

– Patienten mit Lebererkrankungen

– Schwangerschaft

– Kinder

– Einnahme nicht standardisierter Pflanzenpräparate

 

 

Q12 – Genotoxische / kanzerogene Risikodimension

Primäre Interaktionsachse

Genotoxisches Risiko durch Pyrrolizidinalkaloide

Sekundäre Achse

Chronische Aufnahme über PA-haltige Pflanzenprodukte

Mechanismus

Reaktive Pyrrol-Metaboliten können DNA-Addukte bilden und mutagene Effekte auslösen.

Klinische Relevanz

– Risiko bei langfristiger Exposition

– regulatorische Grenzwerte für PA etabliert

– PA-freie Extrakte bevorzugt

 

Evidenzklassifikation

E2–E3

(toxikologische Studien, regulatorische Bewertungen)

Risikostufe im Toxikologie-Cluster

Moderat

 

Besondere Risikogruppen

– Kinder

– Schwangere

– chronische Aufnahme kontaminierter Pflanzenprodukte

 

Pharmakokinetische Hinweise

Petasin-Derivate wirken spasmolytisch und entzündungshemmend.

Pyrrolizidinalkaloide werden hepatisch metabolisiert und bestimmen die toxikologische Relevanz.

Methodische Einordnung

Pestwurz wurde traditionell bei Migräne und allergischer Rhinitis eingesetzt.

Aufgrund der Pyrrolizidinalkaloide dürfen therapeutische Präparate nur PA-frei oder stark PA-reduziert sein.

 

Quellen

EMA Herbal Monograph – Petasites hybridus

WHO Monographs on Selected Medicinal Plants

EFSA Scientific Opinion on Pyrrolizidine Alkaloids

Lipton RB et al. Petasites hybridus in migraine prevention.

 

Zitierempfehlung

 

Kräuter und Risiken. 057

Version 3.0  Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:

https://www.kraeuterundrisiken.com/pestwurz

Abrufdatum: 23.02.2026

 

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