Protokollübersicht: KR-059
Erstellt: 2026.03.11
Version 1.0
Mentha × piperita
Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)
Familie: Lamiaceae
Verwendete Pflanzenteile: Blätter (Menthae piperitae folium), ätherisches Öl
Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe
– Menthol
– Menthon
– Menthylacetat
– 1,8-Cineol
– Rosmarinsäure
Zusammensetzung abhängig von Herkunft und Destillation.
Q1 – Gerinnung
Keine klinisch relevante gerinnungshemmende Primärachse.
Keine gesicherte Interaktion mit Antikoagulanzien.
Q2 – CYP-System
Keine klar belegte klinisch relevante CYP-Modulation.
Interaktionspotenzial insgesamt gering.
Q3 – CNS
Menthol wirkt sensorisch kühlend über TRPM8-Rezeptoren.
Keine zentrale Sedierungsachse.
Bei hoher systemischer Exposition theoretisch ZNS-Reizung möglich (nicht therapeutisch relevant).
Q4 – Immunsystem
Antiinflammatorische Effekte präklinisch beschrieben.
Keine systemische Immuntherapie.
Q5 – Kardio
Keine primäre kardiovaskuläre Indikation.
Reflektorische Effekte über vagale Mechanismen diskutiert.
Q6 – Renal
Keine relevante renale Achse dokumentiert.
Q7 – Gastro (Primärachse)
Wirkmechanismus:
Spasmolytisch auf glatte Muskulatur (Calciumkanalmodulation).
Carminativ.
Indikationen:
– Reizdarmsyndrom
– Krampfartige Magen-Darm-Beschwerden
– Dyspepsie
Enterisch beschichtete Öl-Kapseln klinisch untersucht.
Risiken:
– Refluxverstärkung (Relaxation des unteren Ösophagussphinkters)
– Sodbrennen
Q8 – Endokrin
Keine konsistente hormonelle Wirkachse.
Q9 – Hämatologisch
Keine primäre hämatologische Toxizität belegt.
Q10 – Dermatologisch (Sekundärachse)
Topisch:
– Kühlend
– Analgetisch bei Spannungskopfschmerz
Risiken:
– Hautreizungen
– Kontaktdermatitis
– Nicht im Gesichtsbereich von Säuglingen anwenden (Atemdepressionsrisiko durch Menthol)
Pharmakokinetische Hinweise
Ätherisches Öl lipophil, rasche Resorption.
Nicht gleichzusetzen: Tee ≠ standardisierte Öl-Kapsel ≠ topisches Öl.
Dosisabhängige Wirkung.
Risikogruppen
– Refluxkrankheit
– Gallenwegserkrankungen
– Säuglinge und Kleinkinder (kein hochkonzentriertes Öl)
– Schwangerschaft (hochdosierte Ölpräparate vermeiden)
Methodische Einordnung
Pfefferminze ist gut untersucht bei funktionellen gastrointestinalen Beschwerden.
Evidenz moderat bis gut für enterisch beschichtete Ölpräparate beim Reizdarmsyndrom.
Primärachse gastroenterologisch, Sicherheitsprofil insgesamt günstig bei sachgerechter Anwendung.
Quellen
EMA Herbal Monograph: Mentha × piperita L., folium / aetheroleum.
ESCOP Monographs.
WHO Monographs on Selected Medicinal Plants.
Khanna R et al. Peppermint oil for IBS – systematic review.
Zitierempfehlung
Kräuter und Risiken. 059
Version 3.0 Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:
https://www.kraeuterundrisiken.com/pfefferminze
Abrufdatum: 23.02.2026
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