Protokollübersicht: KR-045

Erstellt: 2026.03.11

Version 1.0

 

Lavandula angustifolia

 

Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)

 

Familie: Lamiaceae

 

Verwendete Pflanzenteile: Blüten (Lavandulae flos), ätherisches Öl

 

Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe

– Linalool

– Linalylacetat

– Terpinen-4-ol

– Cineol (geringe Mengen)

 

 

Q1 – Gerinnung

Keine konsistent belegte gerinnungshemmende Wirkung.

Keine klinisch relevante Interaktionsachse mit Antikoagulanzien dokumentiert.

 

 

Q2 – CYP-System

Keine klar belegte klinisch relevante CYP-Modulation.

In-vitro-Hinweise auf Enzymbeeinflussung ohne gesicherte klinische Relevanz.

 

 

Q3 – CNS (Primärachse)

Wirkprofil:

– Sedierend

– Anxiolytisch

– Schlafunterstützend

Mechanismus:

Modulation glutamaterger und GABAerger Signalwege (präklinisch).

Klinische Daten:

– Orale standardisierte Ölpräparate bei generalisierten Angststörungen untersucht.

– Moderate Evidenz bei leichten Angstzuständen und Schlafstörungen.

Risiken:

– Sedierung

– Müdigkeit

– Verstärkung anderer ZNS-dämpfender Substanzen

 

 

Q4 – Immunsystem

Leicht antiinflammatorische Effekte präklinisch beschrieben.

Keine systemische Immuntherapie.

 

 

Q5 – Kardio

Keine primäre kardiovaskuläre Wirkachse.

Leichte Blutdrucksenkung in Einzelfällen beschrieben (nicht therapeutisch etabliert).

 

 

Q6 – Renal

Keine relevante renale Achse dokumentiert.

 

 

Q7 – Gastro

Orale Anwendung:

– Gelegentlich Übelkeit

– Magenreizungen selten

Topische Anwendung meist gut verträglich.

 

 

Q8 – Endokrin

Diskussion über mögliche hormonelle Effekte bei topischer Anwendung (Einzelfallberichte bei Kindern).

Keine gesicherte systemische hormonelle Wirkachse.

 

 

Q9 – Hämatologisch

Keine primäre hämatologische Toxizität belegt.

 

 

Q10 – Dermatologisch (Sekundärachse)

Topisch:

– Antiseptisch

– Hautberuhigend

– Bei kleinen Hautirritationen angewendet

Risiken:

– Kontaktdermatitis

– Hautsensibilisierung bei ätherischem Öl

Pharmakokinetische Hinweise

Ätherisches Öl lipophil, rasch resorbierbar.

Qualität und Reinheit entscheidend für Verträglichkeit.

Nicht gleichzusetzen: Tee, Öl, standardisierte Kapselpräparate.

 

Risikogruppen

– Gleichzeitige Sedativa

– Schwangerschaft (hochdosierte orale Präparate vermeiden)

– Kleinkinder (keine konzentrierten Öle)

– Sensible Haut

 

Methodische Einordnung

Lavendel gehört zu den am besten untersuchten ätherischen Ölen im Bereich leichter Angststörungen.

Wirksamkeit moderat belegt für standardisierte orale Präparate.

ZNS-Achse ist primär relevant, Interaktionsrisiko insgesamt gering.

 

Quellen

EMA Herbal Monograph: Lavandula angustifolia Mill., flos.

ESCOP Monographs.

WHO Monographs on Selected Medicinal Plants.

Kasper S et al. Silexan in generalized anxiety disorder – clinical trials.

 

Zitierempfehlung

 

Kräuter und Risiken. 045

Version 3.0  Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:

https://www.kraeuterundrisiken.com/lavendel

Abrufdatum: 23.02.2026

 

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