Protokollübersicht: KR-069
Erstellt: 2026.03.11
Version 1.0
Achillea millefolium L.
Botanische intentität
Familie: Asteraceae
Verwendete Pflanzenteile:
Kraut (Achilleae herba), Blüten
Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe
– Ätherisches Öl (z. B. Chamazulen, 1,8-Cineol, Campher)
– Sesquiterpenlactone
– Flavonoide
– Bitterstoffe
– Gerbstoffe
Q1 – Gerinnung
Keine konsistent belegte direkte gerinnungshemmende Wirkung.
Flavonoide können theoretisch eine leichte Thrombozytenmodulation zeigen, klinisch relevante Interaktionen mit Antikoagulanzien sind jedoch nicht belegt.
Q2 – CYP-System
Keine gesicherte klinisch relevante Interaktion mit CYP-Enzymen.
Einzelne Inhaltsstoffe zeigen präklinisch enzymmodulierende Effekte, deren Bedeutung beim Menschen unklar bleibt.
Q3 – CNS
Keine primäre neuroaktive Zielstruktur.
Bei sehr hohen Dosen ätherischer Ölbestandteile können leichte zentrale Effekte auftreten.
Q4 – Immunsystem
Präklinische Studien zeigen entzündungsmodulierende Effekte verschiedener Inhaltsstoffe.
Eine klinische immunologische Leitwirkung ist nicht etabliert.
Q5 – Kardio
Keine primäre kardiovaskuläre Wirkachse beschrieben.
Q6 – Renal
Keine konsistent belegte nephrotoxische Wirkung.
Q7 – Gastro (relevante Achse)
Traditionelle Anwendung bei:
– dyspeptischen Beschwerden
– Appetitlosigkeit
– krampfartigen gastrointestinalen Beschwerden
Mechanismen:
– Bitterstoffe stimulieren Verdauungssekretion
– mögliche spasmolytische Effekte
Q8 – Endokrin
Keine gesicherte hormonelle Hauptwirkung.
Traditionelle Anwendungen bei Menstruationsbeschwerden sind beschrieben, jedoch klinisch begrenzt untersucht.
Q9 – Hämatologisch
Keine primäre hämatologische Zielstruktur beschrieben.
Q10 – Dermatologisch
Topische Anwendungen:
– entzündliche Hautveränderungen
– kleinere Wunden
Sesquiterpenlactone können Kontaktallergien auslösen.
Q11 – Hepatisch
Keine konsistent belegte hepatotoxische Wirkung.
Q12 – Reproduktion
Aufgrund traditioneller Anwendungen auf den Menstruationszyklus wird eine Anwendung in der Schwangerschaft nicht empfohlen.
Pharmakokinetische Hinweise
Die pharmakologische Wirkung hängt stark von der Zusammensetzung des ätherischen Öls sowie vom Bitterstoffgehalt ab.
Extraktzusammensetzungen können zwischen verschiedenen Präparaten stark variieren.
Risikogruppen
– Allergiker auf Korbblütler (Asteraceae)
– Patienten mit bekannten Kontaktallergien gegen Sesquiterpenlactone
– Schwangerschaft
Methodische Einordnung
Achillea millefolium gehört zu den klassischen europäischen Arzneipflanzen.
Die klinische Evidenz konzentriert sich auf:
– funktionelle gastrointestinale Beschwerden
– entzündungsmodulierende Effekte
Ein Großteil der Daten basiert auf präklinischen Untersuchungen oder traditioneller Anwendung.
Quellen
EMA Herbal Monograph: Achillea millefolium herba
ESCOP Monographs
WHO Monographs on Selected Medicinal Plants
Zitierempfehlung
Kräuter und Risiken. 069
Version 3.0 Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:
https://www.kraeuterundrisiken.com/Schafgarbe
Abrufdatum: 23.02.2026
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