Protokollübersicht: KR-011
Erstellt: 2026.03.11
Version 1.0
Trigonella foenum-graecum
Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)
Familie: Fabaceae
Verwendete Pflanzenteile: Samen (Trigonellae semen)
Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe
– Steroidsaponine (z. B. Diosgenin-Derivate)
– 4-Hydroxyisoleucin
– Schleimstoffe (Galactomannane)
– Alkaloide (z. B. Trigonellin)
– Flavonoide
Q1 – Gerinnung
Vereinzelte Hinweise auf mögliche Verstärkung blutzuckersenkender und gerinnungsrelevanter Effekte bei gleichzeitiger Antikoagulation.
Keine konsistent belegte eigenständige gerinnungshemmende Wirkung.
Vorsicht bei:
– Antikoagulanzien
– Thrombozytenaggregationshemmern
Evidenzlage begrenzt.
Q2 – CYP-System
In-vitro-Daten zeigen mögliche Modulation von CYP2D6 und CYP3A4.
Klinische Relevanz nicht ausreichend belegt.
Keine robusten Human-Interaktionsstudien.
Q3 – CNS
Keine primäre zentrale Wirkachse.
Keine konsistente sedierende oder stimulierende Wirkung belegt.
Q4 – Immunsystem
Präklinisch antiinflammatorische Effekte beschrieben.
Keine gesicherte klinische Immuntherapie.
Q5 – Kardio
Untersuchungen zeigen mögliche Lipidmodulation (LDL-Senkung).
Studienlage heterogen, meist kleine Stichproben.
Keine etablierte kardiovaskuläre Therapie.
Q6 – Renal
Keine konsistente nephrotoxische Wirkung belegt.
Unzureichende Daten bei eingeschränkter Nierenfunktion.
Q7 – Gastro (Primärachse)
Wirkmechanismus:
Schleimstoffe → Quellwirkung → Verzögerung der Glukoseaufnahme.
Berichtet:
– Blähungen
– Diarrhö
– Übelkeit
Meist dosisabhängig.
Q8 – Endokrin (Relevanzachse)
Blutzucker:
Mehrere Studien zeigen moderate Senkung postprandialer Glukosewerte.
Interaktion mit Antidiabetika möglich.
Laktation:
Traditionell galaktagog verwendet.
Klinische Evidenz begrenzt und uneinheitlich.
Hormonell:
Diosgenin wird als Steroidvorläufer diskutiert, jedoch keine direkte hormonelle Umwandlung im Menschen belegt.
Q9 – Hämatologisch
Keine konsistent belegte hämatologische Toxizität.
Einzelfallberichte über Geruchsveränderungen des Schweißes („Ahornsirup-Geruch“).
Q10 – Dermatologisch
Allergische Reaktionen möglich, insbesondere bei Erdnuss- oder Kichererbsenallergie (Kreuzreaktivität innerhalb Fabaceae).
Pharmakokinetische Hinweise
Schleimstoffe beeinflussen Resorption gleichzeitig eingenommener Arzneimittel.
Zeitversetzte Einnahme empfohlen bei Polypharmazie.
Risikogruppen
– Patienten unter Antidiabetika
– Antikoagulierte Patienten
– Erdnuss-/Hülsenfruchtallergiker
– Schwangerschaft (unzureichende Sicherheitsdaten bei hochdosierter Anwendung)
Methodische Einordnung
Blutzuckersenkende Effekte sind klinisch untersucht, jedoch variieren Dosierung und Extraktstandardisierung erheblich.
Viele Studien mit begrenzter Fallzahl.
Langzeit-Sicherheitsdaten begrenzt.
Quellen
EMA Assessment Report: Trigonella foenum-graecum.
ESCOP Monographs.
WHO Monographs on Selected Medicinal Plants.
Neelakantan N et al. Effect of fenugreek on glycemic control – meta-analyses.
Basch E et al. Fenugreek clinical reviews
Zitierempfehlung
Kräuter und Risiken. 011
Version 3.0 Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:
https://www.kraeuterundrisiken.com/bockshornklee
Abrufdatum: 23.02.2026
Die Angabe der Versionsnummer und des Abrufdatums ist verpflichtend.