Protokollübersicht: KR-048

Erstellt: 2026.03.11

Version 1.0

 

Lepidium meyenii

 

Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)

 

Familie: Brassicaceae

 

Verwendete Pflanzenteile: Hypokotyl / Speicherknolle (Macae tuber)

 

Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe

– Glucosinolate

– Macamide

– Macaene

– Sterole

– Alkaloide (geringe Mengen)

Wichtig: Unterschiedliche Farbvarietäten (gelb, rot, schwarz) mit variierendem Inhaltsstoffprofil.

 

 

Q1 – Gerinnung

Keine konsistent belegte gerinnungshemmende Wirkung.

Keine klinisch relevante Interaktionsachse mit Antikoagulanzien dokumentiert.

 

 

Q2 – CYP-System

Keine klar belegte klinisch relevante CYP-Modulation.

Interaktionsdaten begrenzt, pharmakokinetische Achse derzeit als gering einzustufen.

 

 

Q3 – CNS

Untersuchungen zu Stimmung, Energie und kognitiver Leistungsfähigkeit vorhanden.

Keine klassische sedierende oder anxiolytische Achse.

Wirkmechanismus nicht eindeutig geklärt.

 

 

Q4 – Immunsystem

Keine etablierte immuntherapeutische Indikation.

Antioxidative Effekte präklinisch beschrieben.

 

 

Q5 – Kardio

Keine konsistente primäre kardiovaskuläre Indikation.

 

 

Q6 – Renal

Keine relevante renale Achse dokumentiert.

 

 

Q7 – Gastro

Mögliche Nebenwirkungen:

– Blähungen

– Magenbeschwerden

Meist mild, besonders bei Rohpulver.

 

 

Q8 – Endokrin (Primärachse)

Untersuchtes Wirkprofil:

– Libido

– Fertilitätsparameter

– Zyklusregulation (uneinheitliche Daten)

Wichtig:

Maca enthält keine Phytoöstrogene in klinisch relevanter Menge.

Hormonspiegelveränderungen nicht konsistent belegt.

Studienlage:

– Kleine randomisierte Studien

– Moderate Evidenz bei Libido, weniger konsistent bei Fertilität

 

 

Q9 – Hämatologisch

Keine primäre hämatologische Toxizität dokumentiert.

 

 

Q10 – Dermatologisch

Keine spezifische dermatologische Achse belegt.

Pharmakokinetische Hinweise

Wirkprofil abhängig von Varietät und Verarbeitung (roh vs. gelatinisiert).

Standardisierte Extrakte selten streng definiert.

 

Risikogruppen

– Hormonabhängige Erkrankungen (Vorsicht mangels Langzeitdaten)

– Schilddrüsenerkrankungen (Glucosinolate theoretisch relevant)

– Schwangerschaft und Stillzeit (unzureichende Daten)

 

Methodische Einordnung

Maca wird häufig als Adaptogen oder Hormonregulator vermarktet.

Klinische Evidenz ist begrenzt und extraktabhängig.

Primäre Achse endokrin-funktionell, nicht hormonell-substituierend.

Sicherheitsprofil insgesamt günstig, jedoch Datenlage langfristig begrenzt.

 

Quellen

WHO Monographs on Selected Medicinal Plants.

Gonzales GF et al. Maca and sexual function – clinical studies.

Shin BC et al. Maca for improving sexual function – systematisch 

 

Zitierempfehlung

 

Kräuter und Risiken. 048

Version 3.0  Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:

https://www.kraeuterundrisiken.com/maca

Abrufdatum: 23.02.2026

 

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