Protokollübersicht: KR-051

Erstellt: 2026.03.11

Version 1.0

 

Vitex agnus-castus

 

Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)

 

Familie: Lamiaceae

 

Verwendete Pflanzenteile: Früchte (Agni casti fructus)

 

Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe

– Iridoidglykoside (Agnusid, Aucubin)

– Diterpene (Rotundifuran)

– Flavonoide

– Ätherisches Öl (geringe Mengen)

 

 

Q1 – Gerinnung

Keine konsistent belegte primäre gerinnungshemmende Wirkung.

Keine klinisch relevante Interaktionsachse mit Antikoagulanzien dokumentiert.

 

 

Q2 – CYP-System

Keine klar gesicherte klinisch relevante CYP-Modulation.

Interaktionspotenzial insgesamt gering dokumentiert.

 

 

Q3 – CNS

Indirekte zentrale Wirkung über dopaminerge Mechanismen.

D2-Rezeptor-Agonismus diskutiert.

Keine klassische sedierende oder anxiolytische Achse.

 

 

Q4 – Immunsystem

Keine primäre immunmodulierende Indikation.

 

 

Q5 – Kardio

Keine relevante kardiovaskuläre Wirkachse.

 

 

Q6 – Renal

Keine primäre renale Achse dokumentiert.

 

 

Q7 – Gastro

Gelegentlich:

– Übelkeit

– Bauchschmerzen

Meist mild.

 

 

Q8 – Endokrin (Primärachse)

Wirkmechanismus:

Dopaminerge Hemmung der Prolaktinsekretion im Hypophysenvorderlappen.

Indikationen:

– Prämenstruelles Syndrom (PMS)

– Zyklusstörungen

– Mastodynie

Studienlage:

– Mehrere randomisierte Studien mit standardisierten Extrakten

– Evidenz moderat bei PMS

Risiken:

– Zyklusveränderungen

– Kopfschmerzen

– Hautreaktionen

– Theoretische Interaktion mit dopaminergen oder antidopaminergen Arzneimitteln

 

 

Q9 – Hämatologisch

Keine primäre hämatologische Toxizität dokumentiert.

 

 

Q10 – Dermatologisch

Seltene Hautreaktionen möglich.

Pharmakokinetische Hinweise

Wirkprofil abhängig von standardisiertem Extrakt.

Nicht gleichzusetzen: Rohfrucht ≠ definierter Arzneiextrakt.

 

Risikogruppen

– Schwangerschaft (nicht empfohlen)

– Stillzeit

– Hormonabhängige Erkrankungen

– Dopaminagonisten / Antipsychotika

– Hormonelle Kontrazeptiva (klinische Relevanz nicht eindeutig, aber Vorsicht)

 

Methodische Einordnung

Mönchspfeffer ist eine der am besten untersuchten Pflanzen im Bereich PMS.

Wirkmechanismus klar dopaminerg vermittelt.

Primärachse ist endokrin (Prolaktinregulation).

Interaktionsrisiko insgesamt moderat, aber hormonelle Kontexte beachten.

 

Quellen

EMA Herbal Monograph: Vitex agnus-castus L., fructus.

ESCOP Monographs.

WHO Monographs on Selected Medicinal Plants.

Wuttke W et al. Vitex agnus-castus in PMS – clinical trials.

 

Zitierempfehlung

 

Kräuter und Risiken. 051

Version 3.0  Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:

https://www.kraeuterundrisiken.com/mönchspfeffer

Abrufdatum: 23.02.2026

 

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