Protokollübersicht: KR-064
Erstellt: 2026.03.11
Version 1.0
Trifolium pratense
Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)
Familie: Fabaceae
Verwendete Pflanzenteile: Blüten (Trifolii pratensis flos)
Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe
– Isoflavone (Biochanin A, Formononetin, Genistein, Daidzein)
– Flavonoide
– Cumarine (geringe Mengen)
Isoflavone sind die pharmakologisch leitenden Substanzen.
Q1 – Gerinnung
Cumarine in geringer Konzentration vorhanden.
Klinisch relevante Gerinnungshemmung nicht konsistent belegt.
Vorsicht bei:
– Antikoagulanzien
– Thrombozytenaggregationshemmern
Datenlage begrenzt.
Q2 – CYP-System
Isoflavone können CYP-Enzyme modulieren (präklinisch).
Klinische Relevanz insgesamt unklar.
Interaktionspotenzial bei Polypharmazie berücksichtigen.
Q3 – CNS
Keine primäre zentrale Wirkachse.
Q4 – Immunsystem
Keine etablierte immuntherapeutische Indikation.
Q5 – Kardio
Untersuchungen zu Lipidprofilen und Gefäßfunktion vorhanden.
Keine etablierte kardiovaskuläre Standardtherapie.
Q6 – Renal
Keine relevante renale Achse dokumentiert.
Q7 – Gastro
Gelegentlich:
– Übelkeit
– Abdominalbeschwerden
Meist mild.
Q8 – Endokrin (Primärachse)
Isoflavone wirken phytoöstrogen über Estrogenrezeptoren (v. a. ER-β).
Indikationen:
– Wechseljahresbeschwerden (Hitzewallungen)
Studienlage:
– Heterogen
– Moderate Evidenz bei bestimmten standardisierten Isoflavon-Präparaten
Risiken:
– Hormonabhängige Tumorerkrankungen
– Kombination mit Hormontherapie
– Einfluss auf Endometrium nicht eindeutig geklärt
Q9 – Hämatologisch
Keine primäre hämatologische Toxizität dokumentiert.
Q10 – Dermatologisch
Keine spezifische dermatologische Achse.
Pharmakokinetische Hinweise
Isoflavone werden intestinal metabolisiert (Darmmikrobiom relevant).
Extraktstandardisierung entscheidend.
Rohblüte ≠ definierter Isoflavon-Extrakt.
Risikogruppen
– Hormonabhängige Karzinome (Brust, Endometrium)
– Hormontherapie
– Schwangerschaft
– Stillzeit
Methodische Einordnung
Rotklee ist eine phytoöstrogenhaltige Pflanze mit moderater Evidenz bei klimakterischen Beschwerden.
Primärachse endokrin.
Sicherheitsbewertung erfordert individuelle hormonelle Risikoabschätzung.
Quellen
EMA Herbal Monograph: Trifolium pratense L., flos.
ESCOP Monographs.
WHO Monographs on Selected Medicinal Plants.
Taku K et al. Isoflavones and menopausal symptoms – meta-analysis.
Zitierempfehlung
Kräuter und Risiken. 064
Version 3.0 Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:
https://www.kraeuterundrisiken.com/rotklee
Abrufdatum: 23.02.2026
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