Protokollübersicht: KR-076

Erstellt: 2026.03.11

Version 1.0

 

Actaea racemosa

 

Synonym: Cimicifuga racemosa

 

Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)

 

Familie: Ranunculaceae

 

Verwendete Pflanzenteile: Rhizom (Cimicifugae rhizoma)

 

Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe

– Triterpenglykoside (Actein, Cimicifugosid)

– Phenylpropanoide

– Isoferulasäure-Derivate

– Flavonoide (geringe Mengen)

Östrogene Wirkung nicht eindeutig nachgewiesen; Mechanismus komplex.

 

 

Q1 – Gerinnung

Keine konsistent belegte primäre gerinnungshemmende Wirkung.

 

 

Q2 – CYP-System

Hinweise auf mögliche CYP-Modulation (präklinisch).

Klinische Relevanz nicht eindeutig belegt.

Interaktionspotenzial bei Polypharmazie berücksichtigen.

 

 

Q3 – CNS

Mögliche serotonerge Modulation diskutiert.

Einfluss auf Thermoregulation plausibel.

 

 

Q4 – Immunsystem

Keine etablierte immuntherapeutische Indikation.

 

 

Q5 – Kardio

Keine primäre kardiovaskuläre Achse.

 

 

Q6 – Renal

Keine relevante renale Achse dokumentiert

 

 

Q7 – Gastro

Gelegentlich:

– Übelkeit

– Magenbeschwerden

 

 

Q8 – Endokrin (Primärachse)

Anwendung bei:

– Wechseljahresbeschwerden (v. a. Hitzewallungen)

Wirkmechanismus nicht eindeutig östrogenrezeptorvermittelt; vermutlich zentral regulativ.

Studienlage:

– Heterogen

– Teilweise moderate Evidenz bei standardisierten Extrakten

Risiken:

– Unklare Datenlage bei hormonabhängigen Tumoren

– Wechselwirkungen mit Hormontherapie nicht abschließend geklärt

 

 

Q9 – Hämatologisch

Keine primäre hämatologische Toxizität dokumentiert.

 

 

Q10 – Dermatologisch

Keine spezifische dermatologische Achse.

Hepatische Achse (Sicherheitsrelevant)

Einzelfallberichte über Leberschädigung.

Kausalität nicht immer eindeutig, aber sicherheitsrelevant.

Empfehlung:

Leberwerte überwachen bei längerer Anwendung.

Pharmakokinetische Hinweise

Extraktstandardisierung entscheidend.

Nicht gleichzusetzen: Rohwurzel ≠ definierter Arzneiextrakt.

 

Risikogruppen

– Lebererkrankungen

– Hormonabhängige Karzinome

– Gleichzeitige Hormontherapie

– Schwangerschaft

– Stillzeit

 

Methodische Einordnung

Traubensilberkerze wird primär bei klimakterischen Beschwerden eingesetzt.

Evidenz extraktabhängig und heterogen.

Endokrine und hepatische Sicherheitsachse klinisch relevant.

 

Quellen

EMA Herbal Monograph: Actaea racemosa L., rhizoma.

ESCOP Monographs.

WHO Monographs on Selected Medicinal Plants.

Teschke R et al. Hepatotoxicity and black cohosh – review.

 

Zitierempfehlung

 

Kräuter und Risiken. 076

Version 3.0  Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:

https://www.kraeuterundrisiken.com/traubensilberkerze

Abrufdatum: 23.02.2026

 

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