Protokollübersicht: KR-021
Erstellt: 2026.03.11
Version 1.0
Ephedra sinica
Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)
Familie: Ephedraceae
Verwendete Pflanzenteile: Spross (Ephedrae herba)
Wichtiger Hinweis:
Ephedra enthält Ephedrin-Alkaloide mit ausgeprägter sympathomimetischer Wirkung. In vielen Ländern arznei- und lebensmittelrechtlich stark reguliert oder verboten.
Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe
– Ephedrin
– Pseudoephedrin
– Norpseudoephedrin
– Weitere Phenylalkylamine
Q1 – Gerinnung
Keine primäre gerinnungshemmende Wirkung.
Indirektes Risiko über Blutdrucksteigerung und vaskuläre Ereignisse.
Q2 – CYP-System
Ephedrin wird nur teilweise hepatisch metabolisiert, überwiegend renal ausgeschieden.
Relevante Interaktionen betreffen eher pharmakodynamische Verstärkung als CYP-Hemmung.
Kritische Kombinationen:
– MAO-Hemmer
– Sympathomimetika
– Stimulanzien
Q3 – CNS (Primärachse)
Wirkmechanismus:
Indirekte und direkte Sympathikusaktivierung (Freisetzung von Noradrenalin).
Effekte:
– Zentrale Stimulation
– Wachheit
– Appetithemmung
Risiken:
– Angst
– Unruhe
– Schlaflosigkeit
– Psychosen bei Überdosierung
– Abhängigkeitspotenzial
Q4 – Immunsystem
Keine primäre immunmodulierende Achse.
Q5 – Kardio (hochrelevante Achse)
Effekte:
– Tachykardie
– Blutdruckanstieg
– Vasokonstriktion
Risiken:
– Arrhythmien
– Myokardinfarkt
– Schlaganfall
Kardiovaskuläres Risiko dosisabhängig und klinisch gut dokumentiert.
Q6 – Renal
Renale Elimination abhängig vom Urin-pH.
Alkalisierung verlängert Halbwertszeit.
Keine primäre nephrotoxische Wirkung, aber sekundäre Belastung durch Hypertonie möglich.
Q7 – Gastro
Mögliche Nebenwirkungen:
– Übelkeit
– Mundtrockenheit
– Appetitlosigkeit
Q8 – Endokrin
Indirekte Beeinflussung durch Stressachsenaktivierung.
Keine primäre hormonelle Therapieindikation.
Q9 – Hämatologisch
Keine direkte hämatologische Toxizität.
Vaskuläre Ereignisse sekundär möglich.
Q10 – Dermatologisch
Keine primäre dermatologische Achse.
Pharmakokinetische Hinweise
Schnelle Resorption.
Wirkdauer mehrere Stunden.
Renale Elimination pH-abhängig.
Schmales Sicherheitsfenster bei hochdosierter Anwendung.
Risikogruppen
– Hypertonie
– Koronare Herzkrankheit
– Arrhythmien
– Angststörungen
– Schwangerschaft
– Kombination mit Stimulanzien oder MAO-Hemmern
Methodische Einordnung
Ephedra war historisch Bestandteil von Erkältungs- und Schlankheitspräparaten.
Aufgrund zahlreicher kardiovaskulärer Nebenwirkungen in vielen Ländern reguliert oder verboten.
Risiko-Nutzen-Profil gilt als ungünstig bei nicht-medizinischer Anwendung.
Quellen
EMA Assessment Report: Ephedra herba.
WHO Monographs on Selected Medicinal Plants.
Haller CA et al. Cardiovascular events associated with ephedra-containing products.
US FDA Safety Review on Ephedra.
Zitierempfehlung
Kräuter und Risiken. Q2-01.
Version 3.0 Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:
https://www.kraeuterundrisiken.com/ephedra
Abrufdatum: 23.02.2026
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