Protokollübersicht: KR-044

Erstellt: 2026.03.11

Version 1.0

 

Carum carvi L.

 

Familie: Apiaceae

 

Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)

 

(Standardisierte Referenzabbildung: vollständige Pflanze mit Wurzeldetail, Blattstruktur, Blütenstand und Frucht – Weißhintergrund.)

 

Botanische Identität

 

Familie: Apiaceae

 

Verwendete Pflanzenteile:

Früchte (Carvi fructus)

Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe

– ätherisches Öl (v. a. Carvon, Limonen)

– Flavonoide

– Phenolische Verbindungen

– Fettsäuren

Das ätherische Öl bestimmt den größten Teil der pharmakologischen Aktivität.

Q-Matrix

 

 

Q1 – Gerinnung

Keine konsistent belegte gerinnungsrelevante Wirkung.

Eine klinisch relevante Interaktion mit Antikoagulanzien ist derzeit nicht belegt.

 

 

Q2 – CYP-System

Daten zur CYP-Modulation sind begrenzt.

Einige ätherische Ölkomponenten zeigen in vitro metabolische Effekte, eine klinische Relevanz ist jedoch nicht nachgewiesen.

 

 

Q3 – CNS

Keine primäre zentrale Wirkachse.

Sedierende oder stimulierende Effekte sind nicht konsistent beschrieben.

 

 

Q4 – Immunsystem

Präklinische Untersuchungen beschreiben antioxidative und entzündungsmodulierende Effekte einzelner Inhaltsstoffe.

Eine klinische immunologische Leitwirkung ist jedoch nicht etabliert.

 

 

Q5 – Kardio

Keine primäre kardiovaskuläre Wirkachse.

Einzelne Studien diskutieren leichte gefäßrelaxierende Effekte, klinisch jedoch ohne therapeutische Relevanz.

 

 

Q6 – Renal

Keine primäre nephrologische Wirkstruktur.

 

 

Q7 – Gastro (Primärachse)

Kümmel gehört zu den klassischen karminativen Arzneipflanzen.

Beschriebene Effekte:

– Förderung der Magen-Darm-Motilität

– Reduktion von Blähungen

– spasmolytische Wirkung auf glatte Muskulatur

Die Wirkung wird hauptsächlich dem ätherischen Öl zugeschrieben.

 

 

Q8 – Endokrin

Keine konsistente endokrine Zielstruktur beschrieben.

 

 

Q9 – Hämatologisch

Keine primäre hämatologische Wirkachse.

 

 

Q10 – Dermatologisch

Kontaktreaktionen auf ätherisches Öl sind möglich, jedoch selten.

 

 

Q11 – Hepatisch

Keine konsistent belegte hepatotoxische Wirkung.

Leberinteraktionen sind derzeit nicht relevant.

 

 

Q12 – Reproduktion

Für übliche Lebensmittelmengen bestehen keine Hinweise auf reproduktionstoxische Effekte.

Für hochkonzentrierte Extrakte fehlen ausreichende Sicherheitsdaten.

 

Pharmakokinetische Hinweise

Carvon und Limonen werden rasch gastrointestinal resorbiert und überwiegend hepatisch metabolisiert.

Die pharmakologische Wirkung ist stark abhängig von der Konzentration des ätherischen Öls.

 

Risikogruppen

– Patienten mit empfindlichem Magen-Darm-Trakt

– Personen mit Allergien gegen Apiaceae-Pflanzen

– Säuglinge (ätherische Öle in hoher Konzentration)

 

Methodische Einordnung

Kümmel gehört zu den klassischen Verdauungspflanzen der europäischen Phytotherapie.

Die klinische Evidenz konzentriert sich vor allem auf:

– funktionelle Dyspepsie

– Blähungen

– unterstützende Therapie bei Magen-Darm-Beschwerden

Die Datenlage ist überwiegend moderat und stark extraktabhängig.

 

Quellen

EMA Herbal Monograph: Carum carvi fructus

ESCOP Monographs

European Medicines Agency – Assessment Report Carum carvi

WHO Monographs on Selected Medicinal Plants

 

Zitierempfehlung

 

Kräuter und Risiken. 044

Version 3.0  Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:

https://www.kraeuterundrisiken.com/kuemmel

Abrufdatum: 23.02.2026

 

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