Protokollübersicht: KR-014
Erstellt: 2026.03.11
Version 1.0
Larrea tridentata
Botanische Identität
Familie: Zygophyllaceae
Synonyme:
Creosotebusch, Kreosotstrauch
Verwendete Pflanzenteile:
Blätter (Larreae folium)
Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe
– Nordihydroguaiaretinsäure (NDGA)
– Lignane
– Flavonoide
– Harzstoffe
NDGA gilt als zentraler toxikologisch relevanter Inhaltsstoff.
Q-Matrix
Q1 – Gerinnung
Keine konsistent belegte direkte Wirkung auf die Blutgerinnung.
Q2 – CYP-System
Einfluss auf hepatische Metabolisierungsprozesse möglich.
NDGA kann metabolische Enzymsysteme beeinflussen, die klinische Bedeutung ist jedoch nicht vollständig geklärt.
Q3 – CNS
Keine primäre zentrale Wirkachse beschrieben.
Q4 – Immunsystem
Präklinische Daten beschreiben antioxidative und entzündungsmodulierende Eigenschaften.
Eine klinisch etablierte immunologische Anwendung existiert nicht.
Q5 – Kardio
Keine primäre kardiovaskuläre Wirkachse beschrieben.
Q6 – Renal
Einzelfallberichte beschreiben renale Funktionsstörungen im Zusammenhang mit Chaparral-Präparaten.
Die renale Beteiligung tritt meist sekundär im Kontext systemischer Toxizität auf.
Q7 – Gastro
Mögliche Nebenwirkungen:
– Übelkeit
– abdominale Beschwerden
– gastrointestinale Reizung
Q8 – Endokrin
Keine gesicherte endokrine Zielstruktur.
Q9 – Hämatologisch
Keine primäre hämatologische Wirkachse beschrieben.
Q10 – Dermatologisch
Kontaktdermatitis möglich.
Topische Anwendungen wurden historisch beschrieben, sind jedoch nicht etabliert.
Q11 – Hepatisch (Primärachse)
Chaparral ist mit schweren hepatotoxischen Reaktionen assoziiert.
Beschriebene Mechanismen:
– oxidative Zellschädigung durch NDGA
– mitochondriale Dysfunktion
– idiosynkratische Arzneimittelreaktionen
Klinische Manifestationen:
– Transaminasenerhöhung
– cholestatische Hepatitis
– akute Leberinsuffizienz
Mehrere dokumentierte Fälle führten zu Lebertransplantationen.
Q12 – Reproduktion
Keine ausreichenden Sicherheitsdaten.
Aufgrund der bekannten Toxizität wird eine Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen.
Pharmakokinetische Hinweise
NDGA wird hepatisch metabolisiert und kann reaktive Metaboliten bilden, die hepatotoxische Effekte verursachen.
Die toxischen Effekte sind dosisabhängig, können jedoch auch idiosynkratisch auftreten.
Risikogruppen
– Patienten mit bestehender Lebererkrankung
– Patienten mit Polypharmazie
– Personen mit längerer Einnahme chaparralhaltiger Präparate
– Schwangerschaft und Stillzeit
Methodische Einordnung
Larrea tridentata wurde historisch in der nordamerikanischen Volksmedizin verwendet.
Aufgrund dokumentierter Fälle schwerer Leberschädigungen wird die Einnahme heute in vielen Ländern nicht empfohlen oder reguliert.
Die wissenschaftliche Relevanz liegt vor allem in der Toxikologie pflanzlicher Wirkstoffe.
Quellen
FDA Safety Reports – Chaparral
EMA Herbal Safety Reviews
LiverTox – Larrea tridentata
ESCOP Toxic Plant Reports
Zitierempfehlung
Kräuter und Risiken. Q2-01.
Version 3.0 Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:
https://www.kraeuterundrisiken.com/chaparralstrauch
Abrufdatum: 23.02.2026
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