Protokollübersicht: KR-006
Erstellt: 2026.03.11
Version 1.0
Arnica montana
Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)
(Standardisierte Referenzabbildung: vollständige Pflanze mit Wurzeln, Blüte, Blattdetail, Weißhintergrund.)
Botanische Identität
Familie: Asteraceae
Verwendete Pflanzenteile: Blüten (Arnicae flos)
Primäre Anwendung: äußerlich
Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe
– Sesquiterpenlactone (v. a. Helenalin und Derivate)
– Flavonoide
– Ätherisches Öl
– Cumarine
Q1 – Gerinnung
In vitro Hinweise auf Hemmung bestimmter Entzündungsmediatoren.
Keine konsistente klinisch belegte systemische Gerinnungshemmung bei topischer Anwendung.
Wichtig:
Orale Anwendung toxikologisch relevant und nicht therapeutisch etabliert.
Q2 – CYP-System
Keine belastbare klinische CYP-Interaktionsachse bei äußerlicher Anwendung.
Systemische Exposition bei intakter Haut gering.
Q3 – CNS
Bei oraler Aufnahme toxisch:
– Schwindel
– Kopfschmerzen
– potenziell neurotoxische Symptome
Therapeutisch relevante ZNS-Anwendung nicht belegt.
Q4 – Immunsystem
Topisch antiinflammatorische Effekte durch NF-κB-Hemmung (präklinisch).
Klinische Daten zur Reduktion von Hämatomen und Prellungen vorhanden, Qualität heterogen.
Q5 – Kardio
Systemische Toxizität bei oraler Aufnahme:
– Tachykardie
– Arrhythmien
– Hypotonie
Keine therapeutische kardiale Anwendung.
Q6 – Renal
Keine primäre renale Achse beschrieben.
Systemische Vergiftungen können sekundäre Organbelastung verursachen.
Q7 – Gastro
Oral toxisch:
– Übelkeit
– Erbrechen
– Durchfall
– Schleimhautreizungen
Interne Anwendung kontraindiziert.
Q8 – Endokrin
Keine relevante hormonelle Achse belegt.
Q9 – Hämatologisch
Keine primäre hämatologische Zielstruktur.
Topisch eingesetzt bei Hämatomen; Wirkung lokal entzündungsmodulierend.
Q10 – Dermatologisch (Primärachse)
Wirkung:
– Antiphlogistisch
– Ödemreduzierend
– Hämatomresorption unterstützend
Risiko:
– Kontaktdermatitis
– Allergische Reaktionen (Korbblütler-Sensitivität)
– Sensibilisierung bei wiederholter Anwendung
Nicht auf offene Wunden auftragen.
Pharmakokinetische Hinweise
Topische Resorption begrenzt.
Systemische Effekte primär bei Fehlanwendung (orale Einnahme).
Kontraindikationen
– Offene Wunden
– Schwangerschaft (mangels Sicherheitsdaten)
– Korbblütler-Allergie
– Interne Anwendung generell kontraindiziert
Methodische Einordnung
Wirksamkeit topisch bei stumpfen Traumata teilweise klinisch untersucht, jedoch heterogene Studiendesigns.
Systemische Anwendung toxikologisch problematisch und nicht evidenzbasiert.
Quellen
EMA Herbal Monograph: Arnica montana L., flos.
ESCOP Monographs.
WHO Monographs on Selected Medicinal Plants.
Knuesel O et al. Topical arnica for postoperative swelling.
BfArM Monographie Arnica.
Zitierempfehlung
Kräuter und Risiken. 006
Version 3.0 Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:
https://www.kraeuterundrisiken.com/arnika
Abrufdatum: 23.02.2026
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Klinische Suchanfragen
Diese Monographie zu Arnika (Arnica montana) beantwortet typische klinische Fragestellungen im Zusammenhang mit Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Kontraindikationen.
Häufige Suchanfragen:
– Arnika Nebenwirkungen
– Arnika Wechselwirkungen mit Medikamenten
– Arnika Kontraindikationen
– Arnika Risiken bei Multimedikation
– Arnika innerliche Anwendung toxisch / Vergiftungsrisiko
– Arnika Kontaktallergie / allergische Dermatitis (Sesquiterpenlactone)
– Arnika Einfluss auf Gerinnung / Blutungsrisiko
– Arnika Wechselwirkung mit Antikoagulanzien / Thrombozytenhemmern
– Arnika Anwendung auf offenen Wunden / Hautreaktionen
– Arnika klinische Relevanz und Evidenzlage
Die Bewertung erfolgt anhand definierter Risikoachsen (Q1–Q15), mechanistischer Interaktionsachsen (A1–A6) sowie einer evidenzbasierten Klassifikation (E1–E4).