Protokollübersicht: KR-018
Erstellt: 2026.03.11
Version 1.0
Angelica sinensis
Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)
Familie: Apiaceae
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel (Angelicae sinensis radix)
Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe
– Ferulasäure
– Phthalide (z. B. Ligustilid)
– Polysaccharide
– Cumarinderivate
Q1 – Gerinnung (Relevanzachse)
Ferulasäure zeigt in vitro thrombozytenaggregationshemmende Effekte.
Einzelfallberichte über Blutungsereignisse bei Kombination mit Antikoagulanzien.
Vorsicht bei:
– Vitamin-K-Antagonisten
– NOAK
– Thrombozytenaggregationshemmern
Evidenz klinisch begrenzt, potenziell relevant.
Q2 – CYP-System
Begrenzte präklinische Hinweise auf CYP-Modulation.
Keine robusten Human-Interaktionsstudien.
Interaktionspotenzial derzeit nicht ausreichend quantifizierbar.
Q3 – CNS
Keine primäre zentrale Wirkachse.
Keine konsistent belegte sedierende oder stimulierende Wirkung.
Q4 – Immunsystem
Präklinische immunmodulatorische Effekte beschrieben.
Keine gesicherte klinische Immuntherapie.
Q5 – Kardio
Vasodilatatorische Effekte präklinisch beschrieben.
Keine etablierte kardiovaskuläre Indikation.
Q6 – Renal
Keine konsistente nephrotoxische Achse dokumentiert.
Datenlage begrenzt.
Q7 – Gastro
Mögliche Nebenwirkungen:
– Magenbeschwerden
– Diarrhö
Meist mild und dosisabhängig.
Q8 – Endokrin (Relevanzachse)
Traditionell bei menstruellen Beschwerden eingesetzt.
Untersuchungen bei Dysmenorrhoe vorhanden, jedoch heterogene Studiendesigns.
Phytoöstrogene Effekte diskutiert, jedoch nicht eindeutig belegt.
Kontraindikation:
– Schwangerschaft
– Hormonabhängige Tumoren (Vorsicht mangels Daten)
Q9 – Hämatologisch
Indirekte Relevanz über Q1 (Gerinnung).
Keine konsistente primäre hämatologische Toxizität belegt.
Q10 – Dermatologisch
Photosensibilisierung möglich (Cumarinderivate).
Seltene allergische Reaktionen.
Pharmakokinetische Hinweise
Ferulasäure gut resorbierbar.
Phthalide lipophil.
Extraktstandardisierung stark variabel.
Risikogruppen
– Antikoagulierte Patienten
– Schwangerschaft (kontraindiziert)
– Hormonabhängige Erkrankungen
– Photosensitive Personen
Methodische Einordnung
Ein Großteil der Literatur stammt aus traditionell-medizinischen Kontexten mit variabler Standardisierung.
Klinische Studien zu menstruellen Beschwerden vorhanden, jedoch methodisch heterogen.
Interaktionsrisiken über Gerinnungsachse nicht ausreichend systematisch untersucht.
Quellen
EMA Assessment Report: Angelica sinensis.
WHO Monographs on Selected Medicinal Plants.
ESCOP Monographs.
Chen FP et al. Angelica sinensis in dysmenorrhea – clinical evaluation studies.
Zitierempfehlung
Kräuter und Risiken. Q1-08
Version 3.0 Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:
https://www.kraeuterundrisiken.com/engelwurz
Abrufdatum: 23.02.2026
Die Angabe der Versionsnummer und des Abrufdatums ist verpflichtend.
Klinische Suchanfragen
Diese Monographie zu Chinesische Engelwurz (Angelica sinensis) beantwortet typische klinische Fragestellungen im Zusammenhang mit Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Kontraindikationen.
Häufige Suchanfragen:
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Die Bewertung erfolgt anhand definierter Risikoachsen (Q1–Q15), mechanistischer Interaktionsachsen (A1–A6) sowie einer evidenzbasierten Klassifikation (E1–E4).