Protokollübersicht: KR-042
Erstellt: 2026.03.11
Version 1.0
Allium sativum
Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)
Familie: Amaryllidaceae
Verwendete Pflanzenteile: Knolle (Allii sativi bulbus)
Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe
– Alliin
– Allicin (entsteht enzymatisch aus Alliin)
– Ajoen
– Diallyldisulfid
– Schwefelhaltige Verbindungen
Q1 – Gerinnung (Relevanzachse)
Knoblauch hemmt Thrombozytenaggregation (v. a. Ajoen).
Risiko:
– Verlängerte Blutungszeit
– Erhöhtes Blutungsrisiko bei Kombination mit
– Antikoagulanzien
– Thrombozytenaggregationshemmern
– NSAID
Absetzen vor Operationen empfohlen.
Q2 – CYP-System
Hinweise auf Modulation von CYP3A4 und CYP2E1.
Klinische Relevanz variabel, abhängig von Extraktform.
Interaktionen beschrieben mit:
– Antikoagulanzien
– Antiretroviralen Arzneimitteln
– Immunsuppressiva
Q3 – CNS
Keine primäre zentrale Wirkachse.
Q4 – Immunsystem
Antimikrobielle und immunmodulierende Effekte präklinisch gut dokumentiert.
Keine standardisierte Immuntherapie.
Q5 – Kardio (Primärachse)
Untersuchtes Wirkprofil:
– Leichte Blutdrucksenkung
– Einfluss auf Lipidprofile
Studienlage heterogen, Effekt moderat.
Keine Ersatztherapie für antihypertensive oder lipidsenkende Arzneimittel.
Q6 – Renal
Keine primäre nephrotoxische Achse belegt.
Q7 – Gastro
Häufige Nebenwirkungen:
– Magenreizungen
– Sodbrennen
– Flatulenz
Rohknoblauch reizt stärker als standardisierte Präparate.
Q8 – Endokrin
Diskutierte Effekte auf Blutzucker.
Interaktion mit Antidiabetika möglich (theoretisch).
Q9 – Hämatologisch
Indirekte Relevanz über Q1 (Thrombozytenhemmung).
Keine primäre hämatologische Toxizität.
Q10 – Dermatologisch
Topische Anwendung kann Hautreizungen verursachen.
Kontaktdermatitis möglich.
Pharmakokinetische Hinweise
Allicin instabil und rasch metabolisiert.
Wirksamkeit stark abhängig von Zubereitungsform (Rohknoblauch ≠ Extrakt ≠ Öl).
Standardisierung entscheidend.
Risikogruppen
– Antikoagulierte Patienten
– Geplante Operationen
– Refluxerkrankung
– Polypharmazie
– Schwangerschaft (hohe Dosen vermeiden)
Methodische Einordnung
Knoblauch ist gut untersucht im kardiometabolischen Kontext.
Effekte moderat und dosisabhängig.
Gerinnungsachse ist sicherheitsrelevant und klinisch zu beachten.
Quellen
EMA Herbal Monograph: Allium sativum L., bulbus.
ESCOP Monographs.
WHO Monographs on Selected Medicinal Plants.
Ried K et al. Garlic and cardiovascular outcomes – systematic review.
Zitierempfehlung
Kräuter und Risiken. 042
Version 3.0 Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:
https://www.kraeuterundrisiken.com/knoblauch
Abrufdatum: 23.02.2026
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