Protokollübersicht: KR-050
Erstellt: 2026.03.11
Version 1.0
Filipendula ulmaria
Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)
Familie: Rosaceae
Verwendete Pflanzenteile: Blühendes Kraut (Filipendulae ulmariae herba), Blüten
Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe
– Salicylaldehyd-Derivate
– Salicylsäureverbindungen
– Flavonoide
– Gerbstoffe
– Ätherisches Öl (geringe Mengen)
Q1 – Gerinnung (Relevanzachse)
Salicylat-Derivate wirken thrombozytenaggregationshemmend (mild im Vergleich zu Acetylsalicylsäure).
Risiko:
– Verstärkung bei Kombination mit
– Antikoagulanzien
– Thrombozytenaggregationshemmern
– NSAID
Blutungsneigung theoretisch erhöht.
Q2 – CYP-System
Keine klar belegte relevante CYP-Modulation.
Interaktionspotenzial primär über Salicylat-Achse, nicht enzymatisch.
Q3 – CNS
Keine primäre zentrale Wirkachse.
Analgetische Effekte indirekt über periphere Mechanismen.
Q4 – Immunsystem
Antiinflammatorische Effekte plausibel durch Salicylatanteile.
Keine systemische Immuntherapie.
Q5 – Kardio
Indirekte Relevanz über Gerinnungsachse (Q1).
Keine etablierte kardiovaskuläre Therapie.
Q6 – Renal
Salicylat-typische Risiken bei hoher Dosierung möglich.
Vorsicht bei Niereninsuffizienz.
Q7 – Gastro (Primärachse)
Traditionell eingesetzt bei:
– Dyspeptischen Beschwerden
– Leichten Entzündungszuständen
Gerbstoffe können schleimhautprotektiv wirken.
Risiken:
– Magenreizungen bei empfindlichen Personen
– Salicylat-Sensitivität beachten
Q8 – Endokrin
Keine konsistent belegte hormonelle Wirkachse.
Q9 – Hämatologisch
Indirekte Relevanz über Q1.
Keine primäre hämatologische Toxizität dokumentiert.
Q10 – Dermatologisch
Seltene allergische Reaktionen möglich.
Vorsicht bei Salicylat-Allergie.
Pharmakokinetische Hinweise
Salicylaldehyd wird im Körper zu Salicylsäure metabolisiert.
Konzentration deutlich geringer als bei Acetylsalicylsäure-Präparaten.
Extraktstandardisierung selten streng definiert.
Risikogruppen
– Salicylat-Allergie
– Antikoagulierte Patienten
– Kinder mit fieberhaften Virusinfekten (Salicylat-Risiko)
– Schwangerschaft (hohe Dosen vermeiden)
– Niereninsuffizienz
Methodische Einordnung
Mädesüß enthält natürliche Salicylat-Vorstufen.
Wirksamkeit bei leichten entzündlichen Beschwerden plausibel, jedoch weniger potent als synthetische Salicylate.
Gerinnungsachse sicherheitsrelevant bei gleichzeitiger Medikation.
Quellen
EMA Herbal Monograph: Filipendula ulmaria (L.) Maxim., herba.
ESCOP Monographs.
WHO Monographs on Selected Medicinal Plants.
Shara M et al. Salicylate content and pharmacology review.
Zitierempfehlung
Kräuter und Risiken. 050
Version 3.0 Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:
https://www.kraeuterundrisiken.com/Mädesüß
Abrufdatum: 23.02.2026
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