Protokollübersicht: KR-032

Erstellt: 2026.03.11

Version 1.0

 

Asarum europaeum

 

Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix

 

Botanische Einordnung

 

Familie: Aristolochiaceae

 

Verwendete Pflanzenteile:

– Rhizom

– Wurzel

– oberirdische Pflanzenteile (historisch verwendet)

 

Die Pflanze wurde früher in der europäischen Volksmedizin eingesetzt, wird heute jedoch toxikologisch kritisch bewertet.

 

Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe

– β-Asaron

– α-Asaron

– ätherische Öle

– Phenylpropanoide

– weitere aromatische Verbindungen

 

Die toxikologische Bewertung wird insbesondere durch Asaron-Verbindungen bestimmt.

 

 

Q-Matrix

Q1 – Gerinnung

Keine primäre gerinnungsbezogene Wirkung beschrieben.

 

 

Q2 – CYP-System

Asaron-Verbindungen werden über hepatische Enzymsysteme metabolisiert.

Dabei können reaktive Zwischenprodukte entstehen.

 

 

Q3 – CNS

Historisch wurden zentralnervöse Effekte beschrieben.

Eine primäre pharmakologische CNS-Wirkachse ist jedoch toxikologisch nicht relevant.

 

 

Q4 – Immunsystem

Keine primäre immunologische Zielstruktur dokumentiert.

 

 

Q5 – Kardio

Keine spezifische kardiale Wirkachse beschrieben.

 

 

Q6 – Renal

Keine primäre renale Zielstruktur beschrieben.

 

 

Q7 – Gastro

Mögliche Symptome:

– Schleimhautreizung

– Übelkeit

– Erbrechen

 

 

Q8 – Endokrin

Keine primäre endokrine Wirkachse dokumentiert.

 

 

Q9 – Hämatologisch

Keine primäre hämatologische Wirkung beschrieben.

 

 

Q10 – Dermatologisch

Kontaktreaktionen durch ätherische Öle möglich.

 

 

Q11 – Hepatisch

Metabolisierung erfolgt überwiegend über hepatische Enzymsysteme.

Eine ausgeprägte primäre hepatotoxische Wirkachse ist nicht charakteristisch.

 

 

Q12 – Genotoxizität / Kanzerogenität (Primäre Risikodimension)

Asaron-Verbindungen zeigen in experimentellen Studien:

– genotoxische Effekte

– mutagene Eigenschaften

– potenzielles kanzerogenes Risiko

Nach metabolischer Aktivierung können reaktive Metaboliten entstehen, die mit DNA interagieren.

 

Pharmakokinetische Hinweise

Die metabolische Aktivierung von Asaron-Verbindungen kann zur Bildung reaktiver Zwischenprodukte führen, die genotoxische Prozesse auslösen können.

 

Risikogruppen

– langfristige Einnahme pflanzlicher Präparate

– Verwendung nicht standardisierter Pflanzenprodukte

– Patienten mit eingeschränkter Entgiftungskapazität

– Schwangerschaft

Methodische Einordnung

Haselwurz gehört zu den Pflanzen mit potenziell genotoxischen Inhaltsstoffen. Aufgrund toxikologischer Bedenken wird sie heute in der modernen Phytotherapie kaum noch eingesetzt.

 

Quellen

WHO – Monographs on Selected Medicinal Plants

EMA – Assessment Reports on Herbal Substances

EFSA – Scientific Opinions on Asarone

IARC – Evaluation of Carcinogenic Risks

 

Zitierempfehlung

 

Kräuter und Risiken. 032

Version 3.0  Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:

https://www.kraeuterundrisiken.com/haselwurz

Abrufdatum: 23.02.2026

 

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