Protokollübersicht: KR-008
Erstellt: 2026.03.11
Version 1.0
Astragalus membranaceus
Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)
Familie: Fabaceae
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel (Astragali radix)
Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe
– Astragaloside (v. a. Astragalosid IV)
– Triterpensaponine
– Polysaccharide
– Flavonoide (Formononetin u. a.)
Q1 – Gerinnung
Keine konsistente klinisch relevante gerinnungshemmende Wirkung belegt.
Einzelfallberichte zu Blutungsereignissen fehlen systematische Absicherung.
Einordnung:
Keine primäre Gerinnungsachse.
Q2 – CYP-System
In-vitro-Daten zeigen mögliche Modulation von CYP3A4, CYP2E1 und CYP2C9.
Klinische Relevanz beim Menschen nicht ausreichend belegt.
Theoretische Interaktionen:
– Antikoagulanzien
– Antidiabetika
– Immunsuppressiva
– Zytostatika
Evidenzlage:
Überwiegend präklinisch, kaum kontrollierte Human-Interaktionsstudien.
Q3 – CNS
Keine primäre zentrale Wirkachse.
Keine belastbare Evidenz für sedierende oder stimulierende Effekte.
Q4 – Immunsystem (Primärachse)
Präklinische Mechanismen:
– Aktivierung von Makrophagen
– Zytokinmodulation
– Förderung bestimmter T-Zell-Antworten
Klinische Daten:
Untersuchungen bei rezidivierenden Atemwegsinfekten und adjuvanten Therapien vorhanden, jedoch heterogene Studiendesigns.
Risiko:
Theoretische Verstärkung autoimmuner Prozesse.
Vorsicht bei immunsuppressiver Therapie und nach Organtransplantation.
Q5 – Kardio
Präklinische Hinweise auf kardioprotektive Effekte (antioxidativ, endothelbezogen).
Einige Studien bei Herzinsuffizienz (überwiegend asiatische Studien, variable Qualität).
Keine etablierte Standardtherapie.
Q6 – Renal
Untersuchungen bei diabetischer Nephropathie und Proteinurie beschrieben.
Studienqualität variabel, häufig kleine Stichproben.
Keine Leitlinienempfehlung.
Q7 – Gastro
In der Regel gut verträglich.
Berichtet:
– leichte Übelkeit
– gastrointestinale Beschwerden
Q8 – Endokrin
Präklinische Hinweise auf Blutzuckerregulation.
Theoretische Verstärkung antidiabetischer Medikation möglich.
Keine gesicherte endokrine Therapieindikation.
Q9 – Hämatologisch
Keine konsistent belegte hämatologische Toxizität.
Keine systematisch abgesicherten Effekte auf Hämatopoese beim Menschen.
Q10 – Dermatologisch
Keine primäre dermatologische Wirkachse.
Allergische Reaktionen selten berichtet.
Pharmakokinetische Hinweise
Astragaloside weisen variable orale Bioverfügbarkeit auf.
Polysaccharide wirken überwiegend lokal oder immunmodulatorisch.
Extraktstandardisierung entscheidend für Vergleichbarkeit klinischer Studien.
Risikogruppen
– Autoimmunerkrankungen
– Organtransplantierte
– Patienten unter Immunsuppressiva
– Patienten mit komplexer Polypharmazie
– Schwangerschaft und Stillzeit (unzureichende Sicherheitsdaten)
Methodische Einordnung
Großer Teil der klinischen Literatur stammt aus asiatischen Studien mit unterschiedlicher Standardisierung und variabler methodischer Qualität.
Immunologische Effekte überwiegend präklinisch gut beschrieben, klinisch jedoch nicht ausreichend abgesichert.
Langzeit-Sicherheitsdaten begrenzt.
Quellen
EMA Assessment Report: Astragalus membranaceus.
WHO Monographs on Selected Medicinal Plants.
ESCOP Monographs.
Auyeung KK et al. Immunomodulatory effects of Astragalus membranaceus.
Zhang HW et al. Astragalus in chronic kidney disease – clinical evaluation studies.
Zitierempfehlung
Kräuter und Risiken 008
Version 3.0 Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:
https://www.kraeuterundrisiken.com/Astragalus
Abrufdatum: 23.02.2026
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