Protokollübersicht: KR-020

Erstellt: 2026.03.11

Version 1.0

 

Echinacea purpurea

 

Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)

 

Familie: Asteraceae

 

Verwendete Pflanzenteile: Kraut (Echinaceae herba), Wurzel (Echinaceae radix) – artspezifisch zu differenzieren

 

Relevante Arten:

– Echinacea purpurea

– Echinacea angustifolia

– Echinacea pallida

Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe

– Alkamide

– Cichoriensäure

– Polysaccharide

– Glykoproteine

 

 

Q1 – Gerinnung

Keine konsistent belegte gerinnungshemmende Wirkung.

Keine systematisch dokumentierten Interaktionen mit Antikoagulanzien.

 

 

Q2 – CYP-System

In-vitro-Hinweise auf Modulation von CYP1A2 und CYP3A4.

Humanstudien zeigen geringe bis moderate Effekte ohne klare klinische Relevanz.

Interaktionspotenzial nicht vollständig ausgeschlossen, aber nicht eindeutig belegt.

 

 

Q3 – CNS

Keine primäre zentrale Wirkachse.

Keine konsistent belegten sedierenden oder stimulierenden Effekte.

 

 

Q4 – Immunsystem (Primärachse)

Wirkmechanismen (präklinisch):

– Modulation von Zytokinantworten

– Aktivierung unspezifischer Immunreaktionen

– Interaktion mit Cannabinoid-Rezeptor 2 (Alkamide)

Klinische Daten:

Untersuchungen zur Dauer und Häufigkeit von Erkältungen.

Ergebnisse heterogen; moderate Effekte bei bestimmten standardisierten Extrakten.

Risiken:

– Allergische Reaktionen (Korbblütler)

– Vorsicht bei Autoimmunerkrankungen

– Vorsicht bei immunsuppressiver Therapie

Langzeitanwendung nicht ausreichend untersucht.

 

 

Q5 – Kardio

Keine primäre kardiovaskuläre Wirkachse.

 

 

Q6 – Renal

Keine konsistente nephrotoxische Wirkung belegt.

 

 

Q7 – Gastro

Selten:

– Übelkeit

– Magenbeschwerden

In der Regel gut verträglich.

 

 

Q8 – Endokrin

Keine konsistent belegte hormonelle Wirkung.

 

 

Q9 – Hämatologisch

Keine primäre hämatologische Toxizität belegt.

 

 

Q10 – Dermatologisch

Allergische Reaktionen möglich (Asteraceae-Sensitivität).

Seltene Fälle von Hautausschlag berichtet.

Pharmakokinetische Hinweise

Alkamide gut resorbierbar.

Extraktstandardisierung entscheidend für Vergleichbarkeit.

Rohpflanzenpräparate stark variabel.

 

Risikogruppen

– Autoimmunerkrankungen

– Immunsuppressive Therapie

– Organtransplantierte

– Korbblütler-Allergiker

– Schwangerschaft (unzureichende Daten)

 

Methodische Einordnung

Echinacea ist eine der am häufigsten untersuchten Pflanzen bei Atemwegsinfekten.

Studien zeigen heterogene Ergebnisse, stark abhängig vom verwendeten Extrakt und Dosierung.

Keine Evidenz für Ersatz einer antibiotischen Therapie bei bakteriellen Infekten.

 

Quellen

EMA Herbal Monograph: Echinacea purpurea.

ESCOP Monographs.

WHO Monographs on Selected Medicinal Plants.

Shah SA et al. Echinacea for prevention of common cold – meta-analyses.

 

Zitierempfehlung

 

Kräuter und Risiken. 20

Version 3.0  Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:

https://www.kraeuterundrisiken.com/Echinacea

Abrufdatum: 23.02.2026

 

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