Protokollübersicht: KR-043
Erstellt: 2026.03.11
Version 1.0
Curcuma longa
Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)
Familie: Zingiberaceae
Verwendete Pflanzenteile: Rhizom (Curcumae longae rhizoma)
Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe
– Curcuminoide (v. a. Curcumin)
– Demethoxycurcumin
– Bisdemethoxycurcumin
– Ätherisches Öl (Turmerone)
Q1 – Gerinnung (Relevanzachse)
Curcumin hemmt in vitro die Thrombozytenaggregation.
Risiko:
– Potenzielle Verstärkung bei Kombination mit
– Antikoagulanzien
– Thrombozytenaggregationshemmern
– NSAID
Klinische Relevanz dosisabhängig, insbesondere bei hochdosierten Extrakten.
Q2 – CYP-System
Hinweise auf Modulation von CYP3A4, CYP1A2 und CYP2C9 (präklinisch).
Klinische Relevanz nicht eindeutig, Interaktionspotenzial bei Polypharmazie beachten.
Bioverfügbarkeit von Curcumin gering; Piperin erhöht systemische Spiegel deutlich.
Q3 – CNS
Keine primäre zentrale Wirkachse.
Untersuchungen zu neuroprotektiven Effekten experimentell.
Q4 – Immunsystem
Antiinflammatorische Effekte gut präklinisch dokumentiert.
Modulation von NF-κB-Signalwegen beschrieben.
Keine standardisierte Immuntherapie.
Q5 – Kardio
Untersuchungen zu Lipid- und Entzündungsmarkern vorhanden.
Keine etablierte kardiovaskuläre Therapie.
Q6 – Renal
Keine primäre nephrotoxische Achse belegt.
Q7 – Gastro (Primärachse)
Wirkmechanismus:
Choleretisch (Gallefluss steigernd).
Antiinflammatorisch im gastrointestinalen Kontext.
Indikationen:
– Dyspeptische Beschwerden
– Völlegefühl
– Fettverdauungsstörungen
Risiken:
– Kontraindiziert bei Gallenwegsverschluss
– Vorsicht bei Gallensteinen
Q8 – Endokrin
Untersuchungen zu Glukosestoffwechsel vorhanden.
Keine etablierte endokrine Therapie.
Q9 – Hämatologisch
Indirekte Relevanz über Q1 (Thrombozytenhemmung).
Keine primäre hämatologische Toxizität dokumentiert.
Q10 – Dermatologisch
Topisch antiinflammatorisch untersucht.
Gelbfärbung der Haut möglich.
Kontaktreaktionen selten.
Pharmakokinetische Hinweise
Sehr geringe orale Bioverfügbarkeit.
Liposomale oder Piperin-haltige Präparate erhöhen systemische Exposition deutlich.
Extraktform entscheidend für Wirkprofil.
Risikogruppen
– Antikoagulierte Patienten
– Gallensteinleiden
– Polypharmazie
– Schwangerschaft (hohe Dosen vermeiden)
Methodische Einordnung
Kurkuma wird breit vermarktet, die klinische Evidenz ist indikationsabhängig und extraktabhängig.
Systemische Effekte stark durch Bioverfügbarkeit limitiert.
Gerinnungs- und Gallenachse sind sicherheitsrelevant.
Quellen
EMA Herbal Monograph: Curcuma longa L., rhizoma.
ESCOP Monographs.
WHO Monographs on Selected Medicinal Plants.
Hewlings SJ et al. Curcumin: A review of its effects on human health.
Zitierempfehlung
Kräuter und Risiken. 043
Version 3.0 Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:
https://www.kraeuterundrisiken.com/kurkuma
Abrufdatum: 23.02.2026
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