Cluster
Nahrungs- Arzneimittel-/ interaktionsrisiko
Cluster Q15
Beinwell
Symphytum officinale
Primäre Interaktionsachse
Hepatotoxisches Risiko durch Pyrrolizidinalkaloide
Sekundäre Achse
Verstärkte Leberschädigung bei Kombination mit hepatotoxischen Arzneimitteln oder alkoholischer Belastung
Mechanismus
Beinwell enthält Pyrrolizidinalkaloide (PA), insbesondere:
– Symphytin
– Intermedin
– Lycopsamin
– Echimidin
Diese Alkaloide werden in der Leber durch hepatische Enzymsysteme (v. a. CYP-abhängige Oxidation) metabolisch aktiviert.
Dabei entstehen reaktive Pyrrol-Metaboliten, die:
– kovalent an zelluläre Proteine binden
– Endothelzellen der Lebervenolen schädigen
– eine hepatische sinusoidale Obstruktionskrankheit auslösen können.
Klinische Relevanz
Beschriebene Effekte:
– hepatocelluläre Leberschädigung
– Entwicklung einer veno-okklusiven Erkrankung der Leber
– mögliche Leberfibrose bei chronischer Exposition
Das Risiko steigt besonders bei:
– langfristiger Einnahme
– hochkonzentrierten Extrakten
– Kombination mit anderen lebertoxischen Arzneimitteln.
Evidenzklassifikation
E4
(klinische Fallberichte, toxikologische Studien und regulatorische Bewertungen)
Risikostufe im Interaktions-Cluster
Hoch
Besondere Risikogruppen
– Personen mit Lebererkrankungen
– gleichzeitige Einnahme hepatotoxischer Medikamente
– chronischer Alkoholkonsum
– langfristige Anwendung innerlicher Zubereitungen
Beinwell gehört zu den pyrrolizidinalkaloidhaltigen Pflanzen, deren systemische Anwendung aufgrund des hepatischen Risikoprofils in vielen Ländern stark eingeschränkt oder untersagt wurde.
Huflattich
Tussilago farfara
Primäre Interaktionsachse
Hepatotoxisches Risiko durch Pyrrolizidinalkaloide
Sekundäre Achse
Potenzielle Verstärkung hepatotoxischer Effekte bei gleichzeitiger Einnahme lebertoxischer Arzneimittel
Mechanismus
Huflattich enthält Pyrrolizidinalkaloide (PA), unter anderem:
– Senecionin
– Senecionin-N-Oxid
– Seneciphyllin
Diese Alkaloide werden nach Aufnahme in der Leber metabolisch aktiviert, vor allem über hepatische Oxidationsenzyme.
Dabei entstehen reaktive Pyrrol-Metaboliten, die:
– kovalent an Zellproteine binden
– Endothelzellen der Lebervenolen schädigen
– eine hepatische sinusoidale Obstruktionskrankheit (veno-okklusive Erkrankung) auslösen können.
Die Toxizität ist besonders relevant bei chronischer Exposition.
Klinische Relevanz
Beschriebene Effekte:
– hepatocelluläre Leberschädigung
– Entwicklung einer veno-okklusiven Lebererkrankung
– mögliche Progression zu Leberfibrose oder Zirrhose
Das Risiko steigt bei:
– längerfristiger Einnahme
– Aufnahme größerer Mengen
– Kombination mit lebertoxischen Medikamenten.
Evidenzklassifikation
E4
(toxikologische Untersuchungen, klinische Fallberichte und regulatorische Bewertungen)
Risikostufe im Interaktions-Cluster
Hoch
Besondere Risikogruppen
– Personen mit vorbestehenden Lebererkrankungen
– gleichzeitige Einnahme hepatotoxischer Arzneimittel
– chronischer Alkoholkonsum
– Schwangerschaft und Stillzeit
Huflattich gehört zu den pyrrolizidinalkaloidhaltigen Pflanzen, bei denen die systemische Anwendung aufgrund des hepatotoxischen Risikos regulatorisch eingeschränkt oder untersagt wurde.
Jakobskreuzkraut
Jacobaea vulgaris
Primäre Interaktionsachse
Hepatotoxisches Risiko durch Pyrrolizidinalkaloide
Sekundäre Achse
Verstärkte Leberschädigung bei Kombination mit hepatotoxischen Arzneimitteln oder chronischer Alkoholbelastung
Mechanismus
Jakobskreuzkraut enthält mehrere Pyrrolizidinalkaloide, insbesondere:
– Senecionin
– Jacobin
– Seneciphyllin
Diese Alkaloide werden nach Aufnahme in der Leber durch hepatische Enzymsysteme metabolisch aktiviert.
Dabei entstehen reaktive Pyrrol-Metaboliten, die:
– kovalent an zelluläre Proteine binden
– Endothelzellen der Lebervenolen schädigen
– eine hepatische sinusoidale Obstruktionskrankheit (veno-okklusive Erkrankung) auslösen können.
Die toxische Wirkung kann sich insbesondere bei chronischer Exposition entwickeln.
Klinische Relevanz
Beschriebene Effekte:
– schwere hepatocelluläre Leberschäden
– Entwicklung einer sinusoidalen Obstruktionskrankheit
– mögliche Leberfibrose oder Leberzirrhose
Eine Exposition kann auch über kontaminierte Kräuterprodukte oder Nahrungspflanzen erfolgen.
Das Risiko steigt bei:
– langfristiger Aufnahme kleiner Mengen
– Kombination mit lebertoxischen Arzneimitteln
– chronischem Alkoholkonsum.
Evidenzklassifikation
E4
(klinische Vergiftungsfälle, toxikologische Studien und regulatorische Bewertungen)
Risikostufe im Interaktions-Cluster
Sehr hoch
Besondere Risikogruppen
– Personen mit Lebererkrankungen
– gleichzeitige Einnahme hepatotoxischer Medikamente
– chronischer Alkoholkonsum
– Aufnahme kontaminierter Kräuterprodukte oder Nahrung
Jakobskreuzkraut gehört zu den toxikologisch relevantesten pyrrolizidinalkaloidhaltigen Pflanzen und ist eine wichtige Quelle für PA-Kontaminationen in pflanzlichen Lebensmitteln und Kräuterprodukten.
Sonnenwende
Heliotropium europaeum
Primäre Interaktionsachse
Hepatotoxisches Risiko durch Pyrrolizidinalkaloide
Sekundäre Achse
Verstärkte Leberschädigung bei gleichzeitiger Exposition gegenüber hepatotoxischen Arzneimitteln oder chronischem Alkoholkonsum
Mechanismus
Sonnenwende (Heliotropium europaeum) enthält Pyrrolizidinalkaloide (PA), insbesondere:
– Heliotrine
– Lasiocarpine
– Europine
Diese Alkaloide werden nach Aufnahme in der Leber metabolisch aktiviert. Dabei entstehen reaktive Pyrrol-Metaboliten, die:
– kovalent an Zellproteine binden
– Endothelzellen der Lebervenolen schädigen
– eine hepatische sinusoidale Obstruktionskrankheit (veno-okklusive Erkrankung) auslösen können.
Die Toxizität entwickelt sich häufig nach chronischer Aufnahme kleiner Mengen.
Klinische Relevanz
Beschriebene Effekte:
– hepatocelluläre Leberschädigung
– Entwicklung einer sinusoidalen Obstruktionskrankheit der Leber
– mögliche Progression zu Leberfibrose oder Leberzirrhose
Exposition kann entstehen durch:
– Aufnahme kontaminierter Kräuterprodukte
– PA-Kontamination von Honig oder pflanzlichen Lebensmitteln.
Das Risiko steigt bei:
– langfristiger Aufnahme
– Kombination mit hepatotoxischen Medikamenten
– chronischem Alkoholkonsum.
Evidenzklassifikation
E4
(toxikologische Studien, klinische Berichte über PA-Vergiftungen, regulatorische Bewertungen)
Risikostufe im Interaktions-Cluster
Sehr hoch
Besondere Risikogruppen
– Personen mit Lebererkrankungen
– gleichzeitige Einnahme hepatotoxischer Arzneimittel
– chronischer Alkoholkonsum
– Aufnahme kontaminierter pflanzlicher Lebensmittel oder Kräuterprodukte
Sonnenwende gehört zu den pyrrolizidinalkaloidhaltigen Pflanzen, die eine relevante Quelle für PA-Kontaminationen in Lebensmitteln und Kräuterprodukten darstellen können.
Crotalarie
Crotalaria spp. (z. B. Crotalaria spectabilis, Crotalaria retusa)
Primäre Interaktionsachse
Hepatotoxisches Risiko durch Pyrrolizidinalkaloide
Sekundäre Achse
Verstärkte Leberschädigung bei gleichzeitiger Exposition gegenüber hepatotoxischen Arzneimitteln oder toxischen Umweltstoffen
Mechanismus
Arten der Gattung Crotalaria enthalten mehrere Pyrrolizidinalkaloide (PA), insbesondere:
– Monocrotalin
– Retrorsin
– Senecionin
Diese Alkaloide werden nach Aufnahme in der Leber durch oxidative Enzymsysteme metabolisch aktiviert.
Dabei entstehen reaktive Pyrrol-Metaboliten, die:
– kovalent an Proteine und DNA binden
– Endothelzellen der Lebervenolen schädigen
– eine hepatische sinusoidale Obstruktionskrankheit verursachen können.
Zusätzlich können einige Pyrrolizidinalkaloide eine pulmonale Gefäßschädigung verursachen, insbesondere durch Monocrotalin.
Klinische Relevanz
Beschriebene Effekte:
– schwere hepatocelluläre Leberschäden
– Entwicklung einer veno-okklusiven Erkrankung der Leber
– mögliche Progression zu Leberfibrose oder Zirrhose
Weitere toxische Effekte können sein:
– pulmonale Hypertonie
– systemische toxische Reaktionen.
Exposition kann entstehen durch:
– kontaminierte Lebensmittel
– Verunreinigung von Futtermitteln
– Aufnahme pflanzlicher Präparate mit PA-haltigen Pflanzen.
Evidenzklassifikation
E4
(toxikologische Studien, Tiermodelle, klinische Fallberichte und regulatorische Bewertungen)
Risikostufe im Interaktions-Cluster
Sehr hoch
Besondere Risikogruppen
– Personen mit Lebererkrankungen
– gleichzeitige Einnahme hepatotoxischer Medikamente
– chronischer Alkoholkonsum
– Aufnahme kontaminierter Lebensmittel oder Kräuterprodukte
– landwirtschaftliche Exposition gegenüber PA-haltigen Pflanzen
Crotalaria-Arten gehören zu den global bedeutenden Quellen von Pyrrolizidinalkaloiden und sind toxikologisch relevant sowohl für den Menschen als auch für Nutztiere.
Gamander
Teucrium chamaedrys
Primäre Interaktionsachse
Hepatotoxisches Risiko durch diterpenoide Inhaltsstoffe
Sekundäre Achse
Verstärkte Leberschädigung bei Kombination mit hepatotoxischen Arzneimitteln oder Alkohol
Mechanismus
Teucrium chamaedrys enthält neo-clerodan-Diterpene, insbesondere:
– Teucrin A
– verwandte diterpenoide Verbindungen
Diese Substanzen werden in der Leber über CYP-abhängige Enzymsysteme (insbesondere CYP3A-Isoenzyme) metabolisch aktiviert.
Dabei entstehen reaktive Metaboliten, die:
– kovalent an hepatische Zellproteine binden
– oxidative Zellschäden verursachen
– immunvermittelte Leberschädigungen auslösen können.
Die hepatotoxische Wirkung wurde insbesondere bei längerfristiger Einnahme von Gamander-Zubereitungen beobachtet.
Klinische Relevanz
Beschriebene Effekte:
– akute Hepatitis
– cholestatische oder hepatocelluläre Leberschäden
– Anstieg der Leberenzyme
– selten Entwicklung einer schweren Leberschädigung
Mehrere Fälle von medikamentenähnlicher Leberschädigung (drug-induced liver injury) wurden in Zusammenhang mit Gamanderpräparaten beschrieben.
Evidenzklassifikation
E4
(klinisch dokumentierte Hepatotoxizitätsfälle, toxikologische Studien und regulatorische Bewertungen)
Risikostufe im Interaktions-Cluster
Hoch
Besondere Risikogruppen
– Personen mit vorbestehenden Lebererkrankungen
– gleichzeitige Einnahme hepatotoxischer Arzneimittel
– chronischer Alkoholkonsum
– langfristige Einnahme pflanzlicher Präparate
Gamander wurde in der Vergangenheit in verschiedenen pflanzlichen Schlankheits- und Tonikumpräparaten verwendet. Aufgrund der beschriebenen hepatotoxischen Risiken wurde die Verwendung in vielen Ländern regulatorisch eingeschränkt oder untersagt.
Kava
Piper methysticum
Primäre Interaktionsachse
Hepatotoxisches Risiko bei Kombination mit Arzneimitteln und Alkohol
Sekundäre Achse
Zentralnervöse Interaktionen mit sedierenden und psychoaktiven Arzneimitteln
Mechanismus
Kava enthält pharmakologisch aktive Kavalactone, insbesondere:
– Kavain
– Dihydrokavain
– Methysticin
– Dihydromethysticin
– Yangonin
Diese Substanzen beeinflussen mehrere neuropharmakologische Systeme:
– Modulation von GABAergen Signalwegen
– Einfluss auf spannungsabhängige Ionenkanäle
– Interaktion mit dopaminergen und glutamatergen Signalwegen
Zusätzlich können bestimmte Kavalactone in der Leber metabolisch verarbeitet werden. In einigen Fällen wurden idiosynkratische hepatotoxische Reaktionen beschrieben.
Klinische Relevanz
Beschriebene Effekte:
– Erhöhung der Leberenzyme
– akute Hepatitis
– selten schwere Leberschädigungen
Zentralnervöse Effekte:
– Sedierung
– verminderte Reaktionsfähigkeit
– additive Wirkung mit Benzodiazepinen, Alkohol oder anderen Sedativa
Das Risiko steigt bei:
– Kombination mit lebertoxischen Medikamenten
– chronischem Alkoholkonsum
– hochdosierten Extrakten.
Evidenzklassifikation
E3
(klinische Fallberichte, pharmakologische Untersuchungen und regulatorische Bewertungen)
Risikostufe im Interaktions-Cluster
Mittel bis hoch
Besondere Risikogruppen
– Personen mit Lebererkrankungen
– gleichzeitige Einnahme hepatotoxischer Medikamente
– Kombination mit Alkohol oder Sedativa
– langfristige Einnahme hochkonzentrierter Extrakte
Kava ist pharmakologisch vor allem für seine zentralnervös sedierenden Effekte bekannt. Aufgrund der berichteten Lebertoxizitätsfälle und Arzneimittelinteraktionen wurde die Verwendung in mehreren Ländern regulatorisch eingeschränkt oder zeitweise ausgesetzt.
Kreosotbusch
Larrea tridentata
Primäre Interaktionsachse
Hepatotoxisches Risiko durch phenolische Lignane
Sekundäre Achse
Verstärkte Leberschädigung bei Kombination mit hepatotoxischen Arzneimitteln oder Alkohol
Mechanismus
Der Kreosotbusch enthält als Hauptwirkstoff das Lignan:
– Nordihydroguaiaretische Säure (NDGA)
NDGA wirkt stark antioxidativ, kann jedoch bei systemischer Aufnahme auch prooxidative und hepatotoxische Effekte entfalten.
Mögliche Mechanismen:
– Bildung reaktiver Metaboliten in der Leber
– oxidative Zellschädigung
– Störung mitochondrialer Funktionen in Hepatozyten
Diese Prozesse können zu einer medikamentenähnlichen Leberschädigung führen.
Klinische Relevanz
Beschriebene Effekte:
– hepatocelluläre Leberschädigung
– cholestatische Hepatitis
– Anstieg der Leberenzyme
Mehrere klinische Fallberichte beschreiben schwere Leberschäden nach Einnahme von Chaparral-Präparaten.
Das Risiko steigt besonders bei:
– längerfristiger Einnahme
– hochkonzentrierten Extrakten
– Kombination mit hepatotoxischen Medikamenten oder Alkohol.
Evidenzklassifikation
E3
(klinische Fallberichte, toxikologische Untersuchungen und regulatorische Bewertungen)
Risikostufe im Interaktions-Cluster
Hoch
Besondere Risikogruppen
– Personen mit Lebererkrankungen
– gleichzeitige Einnahme hepatotoxischer Arzneimittel
– chronischer Alkoholkonsum
– langfristige Einnahme pflanzlicher Präparate
Der Kreosotbusch wurde in der traditionellen nordamerikanischen Pflanzenheilkunde verwendet. Aufgrund der beschriebenen hepatotoxischen Risiken wurden Chaparral-Präparate in mehreren Ländern regulatorisch eingeschränkt.
Helmkraut
Scutellaria lateriflora
Primäre Interaktionsachse
Hepatotoxisches Risiko durch mögliche Verunreinigung oder Fehlidentifikation in pflanzlichen Präparaten
Sekundäre Achse
Zentralnervöse Interaktionen mit sedierenden Arzneimitteln
Mechanismus
Scutellaria lateriflora enthält verschiedene Flavonoide, insbesondere:
– Baicalin
– Baicalein
– Scutellarein
Diese Substanzen besitzen pharmakologisch sedierende und anxiolytische Eigenschaften, vermutlich über eine Modulation GABAerger Signalwege.
Berichte über hepatotoxische Reaktionen wurden vor allem im Zusammenhang mit pflanzlichen Präparaten dokumentiert, bei denen eine Verunreinigung oder Verwechslung mit anderen Pflanzenarten (z. B. Teucrium-Arten) vermutet wurde.
Klinische Relevanz
Beschriebene Effekte:
– Anstieg der Leberenzyme
– selten hepatocelluläre Leberschäden
– sedierende Wirkung
Zentralnervöse Interaktionen können auftreten bei Kombination mit:
– Benzodiazepinen
– sedierenden Antihistaminika
– Alkohol
– anderen zentralnervös dämpfenden Substanzen.
Evidenzklassifikation
E2
(Fallberichte, pharmakovigilanzbasierte Daten und toxikologische Bewertungen)
Risikostufe im Interaktions-Cluster
Niedrig bis mittel
Besondere Risikogruppen
– Personen mit Lebererkrankungen
– gleichzeitige Einnahme sedierender Medikamente
– Kombination mit Alkohol
– Anwendung nicht standardisierter pflanzlicher Präparate
Helmkraut wird traditionell als sedierend wirkende Arzneipflanze eingesetzt. Die dokumentierten hepatotoxischen Fälle werden häufig mit Verunreinigungen oder Fehlidentifikationen der Pflanze in Verbindung gebracht.
Schöllkraut
Chelidonium majus
Primäre Interaktionsachse
Hepatotoxisches Risiko durch isoquinolinartige Alkaloide
Sekundäre Achse
Potenzielle Verstärkung hepatotoxischer Effekte bei Kombination mit lebertoxischen Arzneimitteln
Mechanismus
Chelidonium majus enthält mehrere Isochinolin-Alkaloide, insbesondere:
– Chelidonin
– Sanguinarin
– Chelerythrin
– Berberin
Diese Alkaloide können in der Leber metabolisch verarbeitet werden und dabei zelluläre Stressreaktionen auslösen.
Diskutierte Mechanismen:
– mitochondriale Dysfunktion in Hepatozyten
– oxidative Zellschädigung
– immunvermittelte hepatocelluläre Reaktionen
Mehrere pharmakovigilanzbasierte Berichte beschreiben idiosynkratische Leberschädigungen im Zusammenhang mit Schöllkrautpräparaten.
Klinische Relevanz
Beschriebene Effekte:
– Anstieg der Leberenzyme
– akute Hepatitis
– cholestatische Leberschädigung
In den meisten dokumentierten Fällen kam es nach Absetzen des Präparates zu einer Rückbildung der Symptome.
Das Risiko kann steigen bei:
– langfristiger Einnahme
– hochdosierten Extrakten
– Kombination mit hepatotoxischen Arzneimitteln.
Evidenzklassifikation
E3
(klinische Fallberichte, pharmakovigilanzbasierte Daten und toxikologische Untersuchungen)
Risikostufe im Interaktions-Cluster
Mittel bis hoch
Besondere Risikogruppen
– Personen mit Lebererkrankungen
– gleichzeitige Einnahme hepatotoxischer Medikamente
– chronischer Alkoholkonsum
– langfristige Einnahme pflanzlicher Präparate
Schöllkraut wird traditionell bei gastrointestinalen und hepatobiliären Beschwerden eingesetzt. Aufgrund dokumentierter Fälle von arzneimittelähnlicher Leberschädigung unterliegt seine Verwendung in einigen Ländern regulatorischen Einschränkungen.