Protokollübersicht: KR-099

Erstellt: 2026.03.11

Version 1.0

 

 

Scutellaria lateriflora

 

Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)

 

Familie: Lamiaceae

 

Synonyme:

– Amerikanisches Helmkraut

– Skullcap

 

Verwendete Pflanzenteile:

– oberirdische Pflanzenteile (Herba Scutellariae)

Historisch verwendet in nordamerikanischer Kräutertradition.

 

Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe

– Baicalin

– Baicalein

– Wogonin

– Flavonoide

– Phenolische Verbindungen

Flavonoide bestimmen das pharmakologische Profil.

 

 

Q-Matrix

Q1 – Gerinnung

Keine primäre gerinnungsbezogene Wirkung beschrieben.

Einfluss auf Antikoagulanzien ist nicht konsistent dokumentiert.

 

 

Q2 – CYP-System

Experimentelle Daten zeigen mögliche Modulation von:

– CYP3A4

– CYP2E1

Klinische Relevanz unklar, bei Polypharmazie jedoch zu berücksichtigen.

 

 

Q3 – CNS (Primärachse)

Helmkraut wirkt zentralnervös:

– anxiolytisch

– mild sedierend

Mechanismus (experimentell):

– Modulation des GABAergen Systems

 

 

Q4 – Immunsystem

Antiinflammatorische Effekte wurden beschrieben.

Flavonoide zeigen:

– antioxidative Eigenschaften

– Hemmung entzündlicher Signalwege.

 

 

Q5 – Kardio

Keine primäre kardiale Zielstruktur dokumentiert.

 

 

Q6 – Renal

Keine spezifische nephrotoxische Achse dokumentiert.

 

 

Q7 – Gastro

Milde gastrointestinale Beschwerden möglich:

– Übelkeit

– Bauchbeschwerden

Diese sind selten beschrieben.

 

 

Q8 – Endokrin

Keine primäre endokrine Wirkachse dokumentiert.

 

 

Q9 – Hämatologisch

Keine primäre hämatologische Zielstruktur beschrieben.

 

 

Q10 – Dermatologisch

Seltene allergische Reaktionen möglich.

 

 

Q11 – Hepatisch (Sicherheitsrelevant)

Mehrere Fälle von Leberschäden wurden in Zusammenhang mit Helmkraut-Präparaten beschrieben.

In vielen Fällen bestand jedoch:

– Verunreinigung mit Gamander (Teucrium spp.)

oder

– falsche botanische Identifikation.

Die hepatotoxische Relevanz bleibt daher wissenschaftlich diskutiert.

 

 

Q12 – Genotoxizität

Keine konsistent belegten genotoxischen Effekte dokumentiert.

 

 

Q13 – Reproduktion

Keine ausreichenden Daten zur Sicherheit in Schwangerschaft oder Stillzeit.

Vorsicht empfohlen.

 

 

Q14 – Neurotoxizität

Keine neurotoxische Wirkachse dokumentiert.

Sedierende Effekte sind mild.

 

 

Q15 – Nahrungs-Arzneimittel-Interaktionsrisiko

Potenzielle Interaktionen möglich mit:

– sedierenden Medikamenten

– zentral wirksamen Substanzen

Additive sedierende Effekte möglich.

 

Pharmakokinetische Hinweise

Flavonoide werden:

– intestinal resorbiert

– hepatisch metabolisiert

– überwiegend renal eliminiert.

Die pharmakologischen Effekte sind dosisabhängig.

 

Risikogruppen

– Patienten mit Lebererkrankungen

– gleichzeitige Sedativa-Therapie

– Polypharmazie

– Schwangerschaft und Stillzeit

 

Methodische Einordnung

Helmkraut wurde traditionell als sedierende und anxiolytische Arzneipflanze verwendet.

Die moderne Bewertung wird vor allem durch:

– mögliche Verwechslungen mit Gamander

– vereinzelte hepatotoxische Fallberichte

geprägt.

Eine klare toxikologische Primärachse ist nicht eindeutig definiert.

 

Quellen

EMA Assessment Reports – Scutellaria spp.

ESCOP Monographs

WHO Monographs on Selected Medicinal Plants

National Toxicology Program Reports

Case Reports on Herbal Hepatotoxicity

 

Zitierempfehlung

Kräuter und Risiken. K&R 099

Version 3.0 – Stand: März 2026

Verfügbar unter:

https://www.kraeuterundrisiken.com/helmkraut⁠�

Abrufdatum: [2026.03.14]

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