Protokollübersicht: KR-098

Erstellt: 2026.03.11

Version 1.0

 

Larrea tridentata

 

Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)

 

Familie: Zygophyllaceae

 

Synonyme:

– Chaparral

– Creosote bush

 

Verwendete Pflanzenteile:

– Blätter

– junge Zweige

 

Historisch in der nordamerikanischen Volksmedizin verwendet.

 

Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe

– Nordihydroguaiaretinsäure (NDGA)

– Lignane

– Flavonoide

– Harzbestandteile

NDGA bestimmt das toxikologische Profil der Pflanze.

 

 

Q-Matrix

Q1 – Gerinnung

Keine primäre gerinnungsbezogene Wirkung beschrieben.

 

 

Q2 – CYP-System

NDGA kann hepatische Enzymsysteme beeinflussen.

Experimentelle Hinweise auf Modulation von:

– CYP3A

– CYP1A-Isoenzymen

Klinische Relevanz bei Polypharmazie möglich.

 

 

Q3 – CNS

Keine primäre neurotoxische Wirkachse beschrieben.

 

 

Q4 – Immunsystem

Antioxidative und antiinflammatorische Effekte wurden experimentell beschrieben.

Keine etablierte therapeutische Anwendung.

 

 

Q5 – Kardio

Keine primäre kardiale Zielstruktur dokumentiert.

 

 

Q6 – Renal

Sekundäre Nierenbelastung bei schwerer systemischer Toxizität möglich.

 

 

Q7 – Gastro

Frühsymptome möglicher Intoxikation:

– Übelkeit

– Bauchschmerzen

– Erbrechen

 

 

Q8 – Endokrin

Keine spezifische endokrine Wirkachse beschrieben.

 

 

Q9 – Hämatologisch

Keine primäre hämatologische Zielstruktur dokumentiert.

 

 

Q10 – Dermatologisch

Kontaktreaktionen selten beschrieben.

 

 

Q11 – Hepatisch (Primärachse)

Der Kreosotbusch ist mit schweren Leberschäden assoziiert.

Mechanismus (vermutet):

– oxidative Zellschädigung

– mitochondrialer Stress

– toxische Metabolitenbildung

Beschrieben wurden:

– akute Hepatitis

– Lebernekrose

– Leberversagen

Mehrere Fälle führten zu regulatorischen Warnungen.

 

 

Q12 – Genotoxizität

NDGA zeigte in experimentellen Studien:

– mutagene Effekte

– DNA-Schädigung

Die genotoxische Relevanz wird wissenschaftlich diskutiert.

 

 

Q13 – Reproduktion

Tierexperimentelle Daten weisen auf mögliche:

– embryotoxische Effekte

– fetotoxische Effekte

Schwangerschaft gilt als Kontraindikation.

 

 

Q14 – Neurotoxizität

Keine primäre neurotoxische Wirkachse.

 

 

Q15 – Nahrungs-Arzneimittel-Interaktionsrisiko

Risiko erhöht bei:

– gleichzeitiger hepatotoxischer Medikation

– Polypharmazie

– hochdosierten Pflanzenextrakten

Additive hepatotoxische Effekte sind möglich.

 

Pharmakokinetische Hinweise

NDGA:

– wird intestinal resorbiert

– hepatisch metabolisiert

– kann oxidativen Stress in Hepatozyten auslösen.

Die Toxizität ist dosis- und expositionsabhängig.

 

Risikogruppen

– Patienten mit Lebererkrankungen

– Polypharmazie

– chronische Einnahme pflanzlicher Präparate

– Selbstmedikation mit hochkonzentrierten Extrakten

 

Methodische Einordnung

Der Kreosotbusch wurde historisch als Chaparral-Präparat vermarktet.

Aufgrund dokumentierter Fälle schwerer Leberschädigungen wurde die Verwendung in mehreren Ländern regulatorisch eingeschränkt oder beendet.

Die toxikologische Relevanz liegt primär in der hepatotoxischen Wirkung von NDGA.

 

Quellen

EMA Safety Review – Chaparral

FDA Safety Alerts – Larrea tridentata

WHO Monographs on Selected Medicinal Plants

IARC Evaluation of NDGA

Toxicology Reports on Chaparral-Associated Hepatotoxicity

 

Zitierempfehlung

Kräuter und Risiken. K&R 098

Version 1.0 – Stand: März 2026

Verfügbar unter:

https://www.kraeuterundrisiken.com/kreosotbusch⁠�

Abrufdatum: [2026.03.14]

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