Protokollübersicht: KR-056

Erstellt: 2026.03.11

Version 1.0

 

Passiflora incarnata

 

Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)

 

Familie: Passifloraceae

 

Verwendete Pflanzenteile: Blühendes Kraut (Passiflorae herba)

 

Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe

– Flavonoide (Vitexin, Isovitexin)

– Harman-Alkaloide (geringe Mengen)

– Maltol

– Cumarine

Zusammensetzung abhängig von Extraktstandardisierung.

 

 

Q1 – Gerinnung

Keine konsistent belegte primäre gerinnungshemmende Wirkung.

Keine relevante Interaktionsachse mit Antikoagulanzien dokumentiert.

 

 

Q2 – CYP-System

Keine klar gesicherte klinisch relevante CYP-Modulation.

Interaktionsdaten begrenzt.

 

 

Q3 – CNS (Primärachse)

Wirkprofil:

– Sedierend

– Anxiolytisch

– Schlafunterstützend

Mechanismus:

Modulation GABAerger Signalwege (präklinisch).

Studienlage:

– Mehrere klinische Studien bei leichten Angstzuständen

– Moderate Evidenz bei nervöser Unruhe und Einschlafstörungen

Risiken:

– Müdigkeit

– Reaktionsverlangsamung

– Verstärkung sedierender Arzneimittel

 

 

Q4 – Immunsystem

Keine primäre immunmodulierende Achse.

 

 

Q5 – Kardio

Keine primäre kardiovaskuläre Indikation.

Leichte Blutdrucksenkung in Einzelfällen berichtet.

 

 

Q6 – Renal

Keine relevante renale Achse dokumentiert.

 

 

Q7 – Gastro

Selten:

– Übelkeit

– Magenbeschwerden

Meist gut verträglich.

 

 

Q8 – Endokrin

Keine konsistente hormonelle Wirkachse belegt.

 

 

Q9 – Hämatologisch

Keine primäre hämatologische Toxizität dokumentiert.

 

 

Q10 – Dermatologisch

Seltene allergische Hautreaktionen möglich.

Pharmakokinetische Hinweise

Wirkprofil abhängig vom standardisierten Trockenextrakt.

Nicht gleichzusetzen: Tee ≠ definierter Arzneiextrakt.

 

Risikogruppen

– Gleichzeitige Sedativa (Benzodiazepine, Hypnotika)

– ZNS-dämpfende Medikation

– Schwangerschaft (unzureichende Daten)

– Stillzeit

 

Methodische Einordnung

Passiflora ist eine etablierte Arzneipflanze bei nervöser Unruhe.

Evidenz moderat, Wirkung mild bis moderat.

ZNS-Achse primär relevant, Interaktionsrisiko insgesamt gering, aber bei Sedativa klinisch relevant.

 

Quellen

EMA Herbal Monograph: Passiflora incarnata L., herba.

ESCOP Monographs.

WHO Monographs on Selected Medicinal Plants.

Miyasaka LS et al. Passiflora in anxiety – clinical trials.

 

Zitierempfehlung

 

Kräuter und Risiken. 056

Version 3.0  Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:

https://www.kraeuterundrisiken.com/passiflora

Abrufdatum: 23.02.2026

 

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