Protokollübersicht: KR-012
Erstellt: 2026.03.11
Version 1.0
Arctostaphylos uva-ursi
Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)
Familie: Ericaceae
Verwendete Pflanzenteile: Blätter (Uvae ursi folium)
Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe
– Arbutin (Hydrochinon-Glykosid)
– Methylarbutin
– Hydrochinon (nach Metabolisierung)
– Gerbstoffe (Tannine)
– Flavonoide
Q1 – Gerinnung
Keine konsistent belegte gerinnungsrelevante Wirkung.
Keine gesicherte Interaktion mit Antikoagulanzien dokumentiert.
Q2 – CYP-System
Hydrochinon wird hepatisch metabolisiert (Konjugation).
Keine belastbaren klinischen Daten zu signifikanter CYP-Induktion oder -Hemmung.
Interaktionspotenzial insgesamt gering dokumentiert.
Q3 – CNS
Keine primäre zentrale Wirkachse.
Keine gesicherte neuroaktive Wirkung.
Q4 – Immunsystem
Keine primäre immunmodulierende Achse belegt.
Q5 – Kardio
Keine relevante kardiale Wirkachse dokumentiert.
Q6 – Renal
Keine primäre nephrotoxische Wirkung bei kurzfristiger Anwendung.
Langzeitanwendung aufgrund Hydrochinon-Exposition nicht empfohlen.
Q7 – Gastro
Gerbstoffbedingt möglich:
– Übelkeit
– Magenreizungen
– Erbrechen
Dosisabhängig.
Q8 – Endokrin
Keine belegte endokrine Wirkung.
Q9 – Hämatologisch
Keine konsistente hämatologische Toxizität belegt.
Q10 – Dermatologisch
Hydrochinon ist dermatologisch als depigmentierender Wirkstoff bekannt (extern).
Orale Anwendung dient nicht dermatologischen Zwecken.
Q7 – Gastro / Urogenital (Primärachse)
Wirkmechanismus:
Arbutin → bakterielle Spaltung → Hydrochinon → antimikrobielle Wirkung im Harntrakt.
Anwendung:
Kurzzeitige unterstützende Behandlung unkomplizierter Harnwegsinfekte.
Risiken:
– Langzeitanwendung kontraindiziert
– Hydrochinon potenziell toxisch bei chronischer Exposition
Kontraindikationen:
– Schwangerschaft
– Stillzeit
– Kinder
– Niereninsuffizienz
– Chronische Harnwegsinfekte ohne ärztliche Abklärung
Pharmakokinetische Hinweise
Arbutin wird intestinal resorbiert und hepatisch metabolisiert.
Hydrochinon wird renal ausgeschieden.
Wirksamkeit abhängig vom Urin-pH-Wert.
Risikogruppen
– Schwangere
– Stillende
– Kinder
– Patienten mit Nierenerkrankungen
– Langzeitanwender
Methodische Einordnung
Bärenstraubenblätter sind für die Kurzzeitanwendung bei unkomplizierten Harnwegsinfekten untersucht.
Langzeitgebrauch wird aufgrund potenzieller Hydrochinon-Toxizität nicht empfohlen.
Moderne Leitlinien priorisieren antibiotische Therapie bei bakteriell gesichertem Infekt.
Quellen
EMA Herbal Monograph: Arctostaphylos uva-ursi L., folium.
ESCOP Monographs.
WHO Monographs on Selected Medicinal Plants.
BfArM Monographie Bärenstraubenblätter.
Zitierempfehlung
Kräuter und Risiken. 012
Version 3.0 Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:
https://www.kraeuterundrisiken.com/bärenstraube
Abrufdatum: 23.02.2026
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