Protokollübersicht: KR-046

Erstellt: 2026.03.11

Version 1.0

 

Taraxacum officinale

 

Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)

 

Familie: Asteraceae

 

Verwendete Pflanzenteile: Wurzel (Taraxaci radix), Kraut (Taraxaci herba)

 

Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe

– Bitterstoffe (Sesquiterpenlactone)

– Triterpene

– Inulin (v. a. in der Wurzel)

– Kaliumsalze

– Flavonoide

 

 

Q1 – Gerinnung

Keine konsistent belegte gerinnungshemmende Wirkung.

Keine klinisch relevante Interaktionsachse mit Antikoagulanzien dokumentiert.

 

 

Q2 – CYP-System

Keine belastbaren klinischen Daten zu relevanter CYP-Modulation.

Interaktionspotenzial gering dokumentiert.

 

 

Q3 – CNS

Keine primäre zentrale Wirkachse.

 

 

Q4 – Immunsystem

Antiinflammatorische Effekte präklinisch beschrieben.

Keine etablierte immuntherapeutische Indikation.

 

 

Q5 – Kardio

Indirekte Relevanz über diuretische Wirkung (Blutdruck leicht beeinflussbar).

Keine etablierte antihypertensive Therapie.

 

 

Q6 – Renal (Primärachse – Kraut)

Kraut wirkt mild diuretisch durch Kaliumgehalt.

Indikationen (traditionell):

– Durchspülungstherapie

– Leichte Harnwegsbeschwerden

Wichtig:

Nicht geeignet bei Ödemen infolge Herz- oder Niereninsuffizienz ohne ärztliche Abklärung.

 

 

Q7 – Gastro (Primärachse – Wurzel)

Wurzel wirkt bitterstoffbedingt appetitanregend und sekretionsfördernd.

Indikationen:

– Dyspeptische Beschwerden

– Appetitlosigkeit

– Völlegefühl

 

 

Q8 – Endokrin

Inulin beeinflusst Darmmikrobiom (präbiotisch).

Keine etablierte hormonelle Therapie.

 

 

Q9 – Hämatologisch

Keine primäre hämatologische Toxizität belegt.

 

 

Q10 – Dermatologisch

Seltene Kontaktallergien möglich (Korbblütler-Sensitivität).

Milchsaft kann Hautreizungen verursachen.

Pharmakokinetische Hinweise

Unterschiedliche Wirkprofile je nach Pflanzenteil (Wurzel vs. Kraut).

Standardisierung selten streng definiert.

 

Risikogruppen

– Korbblütler-Allergie

– Gallenwegsverschluss

– Ödeme bei Herz- oder Niereninsuffizienz

– Polypharmazie mit Diuretika

 

Methodische Einordnung

Löwenzahn ist traditionell etabliert im Bereich Verdauung und Durchspülungstherapie.

Studienlage moderat, überwiegend anwendungsbezogen.

Primäre Achsen: Gastro (Wurzel) und Renal (Kraut).

 

Quellen

EMA Herbal Monograph: Taraxacum officinale Weber ex Wigg., radix / herba.

ESCOP Monographs.

WHO Monographs on Selected Medicinal Plants.

 

Zitierempfehlung

 

Kräuter und Risiken. 046

Version 3.0  Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:

https://www.kraeuterundrisiken.com/löwenzahn

Abrufdatum: 23.02.2026

 

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