Protokollübersicht: KR-058

Erstellt: 2026.03.11

Version 1.0

 

Petroselinum crispum

 

Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)

 

Familie: Apiaceae

 

Verwendete Pflanzenteile: Kraut (Petroselini herba), Wurzel (Petroselini radix), Samen (Petroselini fructus)

 

Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe

– Ätherisches Öl (Apiol, Myristicin)

– Flavonoide (Apigenin)

– Furanocumarine (geringe Mengen)

– Vitamin C (ernährungsphysiologisch relevant, nicht arzneilich leitend)

Wichtig: Samen enthalten höhere Konzentrationen an Apiol und Myristicin als das Kraut.

 

 

Q1 – Gerinnung

Keine konsistent belegte primäre gerinnungshemmende Wirkung.

Hohe Dosen von Samenpräparaten theoretisch relevant, klinisch nicht standardisiert.

 

 

Q2 – CYP-System

Myristicin präklinisch enzymmodulierend.

Klinische Relevanz unzureichend belegt.

Interaktionspotenzial bei hochkonzentrierten Samenextrakten nicht auszuschließen.

 

 

Q3 – CNS

Myristicin in hohen Dosen neurotoxisch (halluzinogen bei Intoxikation).

Keine therapeutische ZNS-Indikation.

Kraut in üblicher Dosierung unproblematisch.

 

 

Q4 – Immunsystem

Keine primäre immuntherapeutische Achse.

 

 

Q5 – Kardio

Keine primäre kardiovaskuläre Indikation.

 

 

Q6 – Renal (Primärachse – traditionell)

Mild diuretische Wirkung beschrieben.

Indikationen:

– Durchspülungstherapie

– Unterstützend bei leichten Harnwegsbeschwerden

Wichtig:

Nicht geeignet bei Ödemen infolge Herz- oder Niereninsuffizienz.

 

 

Q7 – Gastro

Appetitanregend durch Bitterstoffe.

Gelegentlich Magenreizungen bei hochdosierten Samenpräparaten.

 

 

Q8 – Endokrin

Apiol wirkt uterotonisch in hoher Dosierung.

Kontraindikation:

– Schwangerschaft (v. a. Samenöl / hochkonzentrierte Präparate)

Historisch missbräuchliche Anwendung als Abortivum.

 

 

Q9 – Hämatologisch

Keine primäre hämatologische Toxizität belegt.

 

 

Q10 – Dermatologisch

Furanocumarine können photosensibilisierend wirken.

Kontaktreaktionen möglich.

Pharmakokinetische Hinweise

Deutlicher Unterschied zwischen Küchenanwendung (Kraut) und arzneilicher Samen-/Öl-Anwendung.

Samenöl toxikologisch relevanter als Kraut.

 

Risikogruppen

– Schwangerschaft (Samenpräparate kontraindiziert)

– Nierenentzündungen

– Polypharmazie bei hochkonzentrierten Extrakten

 

Methodische Einordnung

Petersilie ist primär ein Lebensmittel mit traditioneller diuretischer Nutzung.

Arzneiliche Relevanz moderat.

Sicherheitsachse entscheidend abhängig vom Pflanzenteil (Kraut vs. Samenöl).

 

Quellen

EMA Herbal Monograph: Petroselinum crispum (Mill.) Nyman ex A.W. Hill.

ESCOP Monographs.

WHO Monographs on Selected Medicinal Plants.

 

Zitierempfehlung

 

Kräuter und Risiken. 058

Version 3.0  Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:

https://www.kraeuterundrisiken.com/Petersilie

Abrufdatum: 23.02.2026

 

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