Protokollübersicht: KR-065

Erstellt: 2026.03.11

Version 1.0

 

Salvia officinalis L.

 

Familie: Lamiaceae

 

Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)

 

(Standardisierte Referenzabbildung: vollständige Pflanze mit Blattstruktur, Blütenstand und Wurzeldetail – Weißhintergrund.)

 

Botanische Identität

 

Familie: Lamiaceae

 

Verwendete Pflanzenteile:

Blätter (Salviae folium)

Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe

– Ätherisches Öl (v. a. Thujon, Campher, 1,8-Cineol)

– Phenolsäuren (v. a. Rosmarinsäure)

– Flavonoide

– Diterpene

Das pharmakologische Profil wird hauptsächlich durch das ätherische Öl bestimmt.

Q-Matrix

 

 

Q1 – Gerinnung

Keine konsistent belegte direkte gerinnungshemmende Wirkung.

Eine klinisch relevante Interaktion mit Antikoagulanzien ist nicht etabliert.

 

 

Q2 – CYP-System

Einige Bestandteile des ätherischen Öls zeigen in vitro metabolische Effekte auf hepatische Enzymsysteme.

Die klinische Relevanz dieser Beobachtungen ist derzeit nicht ausreichend belegt.

 

 

Q3 – CNS (Relevante Achse)

Der Inhaltsstoff Thujon besitzt neuroaktive Eigenschaften.

Mögliche Effekte:

– zentrale Erregung

– Krampfpotenzial bei hoher Dosierung

– Schwindel

– neurologische Symptome bei Überdosierung

Bewertung:

CNS stellt eine relevante Sicherheitsachse dar, insbesondere bei hochkonzentrierten ätherischen Ölen.

 

 

Q4 – Immunsystem

Präklinische Studien beschreiben entzündungsmodulierende Effekte von Rosmarinsäure und Flavonoiden.

Eine klinische immunologische Leitwirkung ist jedoch nicht etabliert.

 

 

Q5 – Kardio

Keine primäre kardiovaskuläre Wirkstruktur.

 

 

Q6 – Renal

Keine konsistent belegte nephrotoxische Wirkung.

 

 

Q7 – Gastro

Salbei wird traditionell bei:

– dyspeptischen Beschwerden

– Blähungen

– Verdauungsstörungen

eingesetzt.

Die Effekte werden vor allem dem ätherischen Öl zugeschrieben.

 

 

Q8 – Endokrin (Relevante Achse)

Salbei wird traditionell bei klimakterischen Beschwerden eingesetzt.

Diskutierte Mechanismen:

– leichte phytoöstrogene Effekte

– Modulation der Thermoregulation

Studien beschreiben eine mögliche Reduktion vasomotorischer Symptome.

 

 

Q9 – Hämatologisch

Keine primäre hämatologische Wirkachse beschrieben.

 

 

Q10 – Dermatologisch

Salbei besitzt antimikrobielle Eigenschaften.

Topische Anwendungen können bei:

– entzündlichen Hautveränderungen

– Schleimhautentzündungen

unterstützend eingesetzt werden.

 

 

Q11 – Hepatisch

Keine konsistent belegte hepatotoxische Wirkung bei üblicher Anwendung.

Bei hochkonzentrierten ätherischen Ölen können metabolische Belastungen auftreten.

 

 

Q12 – Reproduktion

Aufgrund des Thujon-Gehalts wird eine Anwendung in der Schwangerschaft nicht empfohlen.

Salbei kann zudem laktationshemmende Effekte haben.

Pharmakokinetische Hinweise

Thujon wird rasch gastrointestinal resorbiert und überwiegend hepatisch metabolisiert.

Die pharmakologische Wirkung ist stark abhängig von der Konzentration des ätherischen Öls.

 

Risikogruppen

– Schwangerschaft

– Epilepsie

– Patienten mit neurologischen Erkrankungen

– Säuglinge und Kleinkinder (ätherische Öle)

– Patienten mit hoher Exposition gegenüber ätherischen Ölen

 

Methodische Einordnung

Salvia officinalis gehört zu den klassischen Arzneipflanzen der europäischen Phytotherapie.

Die klinische Evidenz konzentriert sich auf:

– entzündliche Erkrankungen der Mund- und Rachenschleimhaut

– funktionelle Verdauungsbeschwerden

– klimakterische Symptome

Die Qualität der Studien ist heterogen und stark extraktabhängig.

 

Quellen

EMA Herbal Monograph: Salvia officinalis folium

ESCOP Monographs

European Medicines Agency – Assessment Report Salvia officinalis

WHO Monographs on Selected Medicinal Plants

 

Zitierempfehlung

 

Kräuter und Risiken. 065

Version 3.0  Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:

https://www.kraeuterundrisiken.com/salbei

Abrufdatum: 23.02.2026

 

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