Protokollübersicht: KR-066
Erstellt: 2026.03.11
Version 1.0
Sassafras albidum
Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)
Botanische Einordnung
Familie: Lauraceae
Verwendete Pflanzenteile:
– Rinde
– Wurzelrinde
– ätherisches Öl
Historisch in traditionellen Zubereitungen verwendet; heute in vielen Anwendungen regulatorisch eingeschränkt.
Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe
– Safrol
– ätherische Öle (Safrol-dominant)
– Lignane
– Phenylpropanoide
Die toxikologische Bedeutung liegt vor allem beim Phenylpropanoid Safrol.
Q-Matrix
Q1 – Gerinnung
Keine primäre gerinnungsbezogene Wirkung beschrieben.
Q2 – CYP-System
Safrol wird über hepatische Enzymsysteme metabolisiert.
Dabei entstehen reaktive epoxidische Zwischenprodukte, die toxikologisch relevant sind.
Q3 – CNS
Keine primäre zentrale Wirkachse beschrieben.
Q4 – Immunsystem
Keine primäre immunologische Zielstruktur dokumentiert.
Q5 – Kardio
Keine spezifische kardiale Wirkachse beschrieben.
Q6 – Renal
Keine primäre renale Zielstruktur.
Q7 – Gastro
Unspezifische Symptome möglich:
– Übelkeit
– Schleimhautreizung
– abdominale Beschwerden
Q8 – Endokrin
Keine primäre endokrine Wirkachse dokumentiert.
Q9 – Hämatologisch
Keine primäre hämatologische Wirkung beschrieben.
Q10 – Dermatologisch
Kontaktreaktionen durch ätherisches Öl möglich.
Q11 – Hepatisch
Safrol wird in der Leber metabolisch aktiviert.
Bei hoher Exposition sind hepatische Belastungsreaktionen möglich.
Q12 – Genotoxizität / Kanzerogenität (Primäre Risikodimension)
Safrol besitzt in experimentellen Studien:
– genotoxische Eigenschaften
– mutagene Effekte
– kanzerogenes Potenzial
Nach metabolischer Aktivierung entstehen reaktive Metaboliten, die DNA-Addukte bilden können.
Langzeitstudien an Tiermodellen zeigen eine erhöhte Tumorinzidenz.
Pharmakokinetische Hinweise
Safrol wird über hepatische Enzyme metabolisch aktiviert.
Die entstehenden reaktiven Zwischenprodukte können mit DNA interagieren und mutagene Prozesse auslösen.
Risikogruppen
– langfristige Exposition safrolhaltiger Produkte
– Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
– Verwendung nicht standardisierter Pflanzenpräparate
– Schwangerschaft
Methodische Einordnung
Sassafras gehört zu den Pflanzen mit kanzerogen bewerteten Naturstoffen.
Aufgrund der genotoxischen Eigenschaften von Safrol wurden safrolhaltige Produkte in vielen Ländern regulatorisch eingeschränkt oder verboten.
Quellen
WHO – Monographs on Selected Medicinal Plants
EFSA – Safrole Risk Assessment
IARC – Monographs on the Evaluation of Carcinogenic Risks to Humans
EMA – Herbal Medicinal Products Safety Assessments
Zitierempfehlung
Kräuter und Risiken. 066
Version 3.0 Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:
https://www.kraeuterundrisiken.com/sassafaras
Abrufdatum: 23.02.2026
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