Protokollübersicht: KR-017

Erstellt: 2026.03.11

Version 1.0

 

Crocus sativus

 

Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)

 

Familie: Iridaceae

 

Verwendete Pflanzenteile: Narben (Stigmata) – Safran (Crocus sativus stigma)

 

Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe

– Crocine (wasserlösliche Carotinoide)

– Crocetin

– Safranal

– Picrocrocin

 

 

Q1 – Gerinnung

Keine konsistent belegte klinisch relevante Gerinnungshemmung.

Einzelfallberichte zu Blutungsrisiken fehlen systematische Bestätigung.

Bei sehr hohen Dosen theoretische Interaktion mit Antikoagulanzien möglich (unzureichend belegt).

 

 

Q2 – CYP-System

Begrenzte präklinische Hinweise auf CYP-Modulation.

Keine belastbaren Human-Interaktionsstudien.

Interaktionspotenzial derzeit als gering dokumentiert.

 

 

Q3 – CNS (Primärachse)

Untersuchtes Wirkprofil:

– Antidepressive Effekte (milde bis moderate Ausprägung)

– Anxiolytische Wirkung

– Verbesserung prämenstrueller Stimmungssymptome

Mehrere randomisierte Studien vorhanden, häufig mit standardisierten Extrakten.

Studiengröße meist moderat, Studiendauer begrenzt.

Risiken:

– Sedierung

– Kopfschmerzen

– Schwindel

Sehr hohe Dosen potenziell toxisch (Übelkeit, Blutdruckabfall).

 

 

Q4 – Immunsystem

Präklinische antioxidative und antiinflammatorische Effekte beschrieben.

Keine gesicherte immuntherapeutische Indikation.

 

 

Q5 – Kardio

Einzelne Studien zeigen mögliche Blutdrucksenkung.

Klinische Relevanz begrenzt, keine etablierte Therapie.

 

 

Q6 – Renal

Keine konsistente nephrotoxische Achse belegt.

Datenlage bei Niereninsuffizienz unzureichend.

 

 

Q7 – Gastro

In der Regel gut verträglich.

Bei hohen Dosen:

– Übelkeit

– Erbrechen

– abdominale Beschwerden

 

 

Q8 – Endokrin

Untersuchungen bei prämenstruellem Syndrom (PMS).

Keine gesicherte hormonelle Therapieindikation.

Sehr hohe Dosen können uteroton wirken → Kontraindikation in Schwangerschaft.

 

 

Q9 – Hämatologisch

Keine konsistente hämatologische Toxizität belegt.

Sehr hohe Dosen potenziell toxisch.

 

 

Q10 – Dermatologisch

Keine primäre dermatologische Achse.

Pharmakokinetische Hinweise

Crocine wasserlöslich, metabolisiert zu Crocetin.

Bioverfügbarkeit variabel je nach Extraktstandardisierung.

 

Risikogruppen

– Schwangerschaft (hohe Dosen kontraindiziert)

– Patienten unter sedierender Medikation

– Polypharmazie mit ZNS-wirksamen Arzneimitteln

 

Methodische Einordnung

Antidepressive Effekte sind klinisch untersucht, jedoch mit begrenzter Studiendauer und meist spezifischen Extrakten.

Langzeit-Sicherheitsdaten fehlen.

Kulinarische Dosierungen nicht gleichzusetzen mit standardisierten Extraktgaben.

 

Quellen

EMA Assessment Report: Crocus sativus.

ESCOP Monographs.

Hausenblas HA et al. Saffron supplementation and depressive symptoms – meta-analyses.

Akhondzadeh S et al. Crocus sativus in major depressive disorder.

 

Zitierempfehlung

 

Kräuter und Risiken. 017

Version 3.0  Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:

https://www.kraeuterundrisiken.com/crocus

Abrufdatum: 23.02.2026

 

Die Angabe der Versionsnummer und des Abrufdatums ist verpflichtend.

 

Klinische Suchanfragen

 

Diese Monographie zu Safran (Crocus sativus) beantwortet typische klinische Fragestellungen im Zusammenhang mit Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Kontraindikationen.

 

Häufige Suchanfragen:

 

– Safran Nebenwirkungen  

– Crocus sativus Nebenwirkungen  

– Safran Wechselwirkungen mit Medikamenten  

– Safran Kontraindikationen  

– Safran Risiken bei Multimedikation  

– Safran Einfluss auf zentrales Nervensystem / serotonerge Effekte  

– Safran Wechselwirkung mit Antidepressiva / Serotoninsyndrom Risiko  

– Safran Einfluss auf Blutdruck / kardiovaskuläre Effekte  

– Safran Anwendung in Schwangerschaft / Kontraindikation  

– Safran klinische Relevanz und Evidenzlage  

 

Die Bewertung erfolgt anhand definierter Risikoachsen (Q1–Q15), mechanistischer Interaktionsachsen (A1–A6) sowie einer evidenzbasierten Klassifikation (E1–E4).