Protokollübersicht: KR-063
Erstellt: 2026.03.11
Version 1.0
Rhodiola rosea
Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)
Familie: Crassulaceae
Verwendete Pflanzenteile: Rhizom und Wurzel (Rhodiolae rhizoma)
Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe
– Rosavin
– Rosarin
– Rosin
– Salidrosid
– Tyrosol
Standardisierte Extrakte werden meist auf Rosavine und Salidrosid eingestellt.
Q1 – Gerinnung
Keine konsistent belegte primäre gerinnungshemmende Wirkung.
Keine klinisch relevante Interaktionsachse mit Antikoagulanzien dokumentiert.
Q2 – CYP-System
Begrenzte präklinische Hinweise auf CYP-Modulation.
Klinische Relevanz nicht eindeutig belegt.
Interaktionspotenzial bei Polypharmazie theoretisch möglich.
Q3 – CNS (Primärachse)
Wirkprofil:
– Adaptogen
– Stressmodulierend
– Ermüdungsreduzierend
– Leicht antidepressiv
Mechanismen (präklinisch):
– Einfluss auf Monoaminspiegel
– Modulation der HPA-Achse
Studienlage:
– Mehrere randomisierte Studien bei Stress und Erschöpfung
– Moderate Evidenz
– Daten zu Major Depression begrenzt
Risiken:
– Unruhe
– Schlafstörungen
– Theoretische Interaktion mit Antidepressiva (Serotonin-/Dopamin-Achse)
Q4 – Immunsystem
Keine etablierte immuntherapeutische Indikation.
Antioxidative Effekte beschrieben.
Q5 – Kardio
Untersuchungen zu Stress-induzierten kardiovaskulären Parametern vorhanden.
Keine etablierte antihypertensive Therapie.
Q6 – Renal
Keine relevante renale Achse dokumentiert.
Q7 – Gastro
Gelegentlich:
– Magenreizungen
– Übelkeit
Meist mild.
Q8 – Endokrin
Modulation der Stressachse (Cortisolregulation) diskutiert.
Keine direkte hormonelle Substitution.
Q9 – Hämatologisch
Keine primäre hämatologische Toxizität belegt.
Q10 – Dermatologisch
Keine relevante dermatologische Achse dokumentiert.
Pharmakokinetische Hinweise
Extraktstandardisierung entscheidend (Rosavin-/Salidrosid-Gehalt).
Rohpulver ≠ definierter Arzneiextrakt.
Risikogruppen
– Bipolare Störungen (Risiko für Aktivierung)
– Gleichzeitige Antidepressiva
– Schlafstörungen
– Schwangerschaft und Stillzeit (unzureichende Daten)
Methodische Einordnung
Rhodiola wird als Adaptogen klassifiziert.
Evidenz moderat bei Stress- und Erschöpfungssymptomen.
Primärachse zentralnervös mit Aktivierungspotenzial.
Sicherheitsprofil insgesamt günstig, jedoch Interaktion mit Psychopharmaka beachten.
Quellen
EMA Assessment Report: Rhodiola rosea L., rhizoma.
ESCOP Monographs.
WHO Monographs on Selected Medicinal Plants.
Panossian A et al. Rhodiola rosea – pharmacology and clinical trials.
Zitierempfehlung
Kräuter und Risiken. 063
Version 3.0 Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:
https://www.kraeuterundrisiken.com/rosenwurz
Abrufdatum: 23.02.2026
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