Protokollübersicht: KR-080

Erstellt: 2026.03.11

Version 1.0

 

Valeriana officinalis

 

Master-Monographie – Institutstandard (Q-Matrix)

 

Familie: Caprifoliaceae (früher Valerianaceae)

 

Verwendete Pflanzenteile: Wurzel (Valerianae radix)

 

Relevante arzneistoffbezogene Inhaltsstoffe

– Valerensäuren

– Valepotriate

– Lignane

– Ätherisches Öl (Bornylacetat)

Valerensäuren gelten als pharmakologisch leitend.

 

 

Q1 – Gerinnung

Keine konsistent belegte primäre gerinnungshemmende Wirkung.

 

 

Q2 – CYP-System

Begrenzte Hinweise auf CYP3A4-Interaktion (präklinisch).

Klinische Relevanz gering, jedoch bei Polypharmazie berücksichtigen.

 

 

Q3 – CNS (Primärachse)

Wirkprofil:

– Sedierend

– Schlafanstoßend

– Anxiolytisch (mild)

Mechanismus:

Modulation GABAerger Signalwege.

Indikationen:

– Nervöse Unruhe

– Einschlafstörungen

Studienlage:

– Heterogen

– Moderate Evidenz bei standardisierten Extrakten

Risiken:

– Tagesmüdigkeit

– Reaktionsverlangsamung

– Potenzierung von Sedativa

 

 

Q4 – Immunsystem

Keine primäre immuntherapeutische Achse.

 

 

Q5 – Kardio

Keine primäre kardiovaskuläre Indikation.

 

 

Q6 – Renal

Keine relevante renale Achse dokumentiert.

 

 

Q7 – Gastro

Gelegentlich:

– Übelkeit

– Magenbeschwerden

 

 

Q8 – Endokrin

Keine hormonelle Wirkachse belegt.

 

 

Q9 – Hämatologisch

Keine primäre hämatologische Toxizität dokumentiert.

 

 

Q10 – Dermatologisch

Seltene allergische Reaktionen möglich.

Pharmakokinetische Hinweise

Wirksamkeit abhängig von Extraktstandardisierung.

Nicht gleichzusetzen: Tee ≠ Trockenextrakt ≠ Kombinationspräparat.

Wirkungseintritt nicht immer unmittelbar; teilweise kumulativer Effekt.

 

Risikogruppen

– Gleichzeitige Sedativa (Benzodiazepine, Hypnotika)

– ZNS-dämpfende Medikation

– Alkohol

– Schwangerschaft und Stillzeit (unzureichende Daten)

 

Methodische Einordnung

Valeriana ist eine etablierte Arzneipflanze bei leichten Schlafstörungen.

Evidenz moderat, Wirkung mild bis moderat.

Primärachse zentralnervös mit Interaktionspotenzial bei sedierender Begleitmedikation.

 

Quellen

EMA Herbal Monograph: Valeriana officinalis L., radix.

ESCOP Monographs.

WHO Monographs on Selected Medicinal Plants.

Fernandez-San-Martin MI et al. Valerian for sleep – systematic review.

 

Zitierempfehlung

 

Kräuter und Risiken. 080

Version 3.0  Stand: Feb.2026 Verfügbar unter:

https://www.kraeuterundrisiken.com/Valeriana

Abrufdatum: 23.02.2026

 

Die Angabe der Versionsnummer und des Abrufdatums ist verpflichtend.

 

Klinische Suchanfragen

 

Diese Monographie zu Baldrian (Valeriana officinalis) beantwortet typische klinische Fragestellungen im Zusammenhang mit Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Kontraindikationen.

 

Häufige Suchanfragen:

 

– Baldrian Nebenwirkungen  

– Baldrian Wechselwirkungen mit Medikamenten  

– Baldrian Kontraindikationen  

– Baldrian Risiken bei Multimedikation  

– Baldrian Wirkung auf zentrales Nervensystem / sedierende Effekte  

– Baldrian Wechselwirkung mit Benzodiazepinen / Schlafmitteln  

– Baldrian Kombination mit Antidepressiva / ZNS-wirksamen Substanzen  

– Baldrian Einfluss auf Reaktionsfähigkeit / Verkehrstüchtigkeit  

– Baldrian Anwendung bei Lebererkrankungen / Metabolisierung  

– Baldrian klinische Relevanz und Evidenzlage  

 

Die Bewertung erfolgt anhand definierter Risikoachsen (Q1–Q15), mechanistischer Interaktionsachsen (A1–A6) sowie einer evidenzbasierten Klassifikation (E1–E4).